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Dacia Sandero Stepway Test: Starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Orangefarbener Dacia Stepway SUV fährt auf Landstraße unter bewölktem Himmel in ländlicher Umgebung.

Dacia. Preis-Leistung. Gibt es darüber hinaus überhaupt etwas zu sagen?

Fangen wir genau damit an: Beim Preis-Leistungs-Verhältnis hast du durchaus recht, denn es ist mit Abstand Dacias stärkstes Verkaufsargument. Hier steht der neue Sandero Stepway, die höhergelegte, mit Kunststoffbeplankung versehene Crossover-Ausführung des normalen Sandero-Schräghecks. Man könnte ihn als den etwas modebewussteren Dacia bezeichnen – doch das wäre wohl übertrieben.

Die Preise beginnen bei £10,995 und reichen bis £14,595. Bei vergleichbarer Motorisierung kostet der Stepway £1,000 mehr als der Sandero; den kleinsten Motor in Verbindung mit der schlichtesten Ausstattung gibt es für den Stepway nicht. Allerdings kauft ohnehin niemand diese Variante. Viele legen etwas drauf, weil es insgesamt immer noch wenig Geld ist: Sie wählen das Automatikgetriebe oder wechseln von Essential zu Comfort. Mit £1,500 Anzahlung liegen die Monatsraten bei ungefähr £180 für das Modell, das man wirklich haben möchte – einen TCe 100 Bi-Fuel mit einem Listenpreis von £12,995.

Dacia Sandero Stepway mit Bi-Fuel-Antrieb

Moment mal, Bi-Fuel?

Genau: Serienmäßig ist ein LPG-Tank an Bord, mit dem sich die laufenden Kosten weiter senken lassen. Und dieses Fahrzeug in der Ausstattung Comfort ist tatsächlich ziemlich, nun ja, komfortabel. Zur Ausstattung gehören ein 8-Zoll-Touchscreen, Bluetooth, DAB-Radio, elektrische Parkbremse, Parksensoren, schlüsselloser Zugang – das beste System der Branche, denn das Auto verriegelt automatisch, sobald man sich entfernt –, Smartphone-Spiegelung und zwei Jahre kostenlose Wartung.

Ein Hinweis: Wenn möglich, lohnt sich eine höhere Anzahlung. Dacia verlangt 6.9 Prozent APR, was hoch ist, wenn viele Rivalen mit Null-Prozent-Finanzierung zu haben sind. Allerdings kosten sämtliche Wettbewerber mehr. Der teuerste Sandero tritt preislich gegen den günstigsten Hyundai i10, Suzuki Ignis oder Swift an.

Wie schafft Dacia das? Verliert die Marke bei jedem Auto Geld?

Das ist eine gute Frage, auf die ich keine vollständige Antwort habe. Ein paar Gründe gibt es aber. Zum Einsatz kommt bewährte Renault-Technik, deren Entwicklungskosten beim Clio und anderen Modellen bereits abgefedert wurden. Alle Dacia-Modelle sind konsequent auf Preis-Leistung ausgerichtet. Die Marke versucht also nicht, in Bereiche vorzustoßen, in denen „Marke“ und „Image“ entscheidend werden und man sich an Wettbewerbern messen lassen muss, um als konkurrenzfähig zu gelten. Zudem schaden die niedrigen Preise den Gebrauchtwagenwerten nicht aktiv.

Dacia kann das aus vielen Gründen, die für andere Hersteller nicht gelten. Ausschlaggebend dafür, dass die Marke diese Strategie weiterhin verfolgen kann, ist jedoch, dass ihr niemand gefolgt ist. Dacia ist inzwischen die einzige echte Budgetmarke am Markt. Wer ein günstiges Auto mit gutem Gegenwert sucht, es aber neu kaufen möchte, hat keine andere Wahl. Umso erstaunlicher ist, wie gut der Sandero – und diese neue Stepway-Version – tatsächlich ist.

Fahrkomfort und Antrieb des Sandero Stepway

Also solide gebaut und gut zu fahren?

Ja. Beginnen wir mit den positiven Seiten: Der 1.0-Liter-Turbomotor läuft ausgesprochen kultiviert und leise. Auch der Federungskomfort überzeugt. Vielleicht wippt der Wagen durch seine weiche Abstimmung etwas lebhaft, doch die Karosserie bleibt gut kontrolliert. Über die Aufhängung gelangen kaum Geräusche oder Härten in den Innenraum, und insgesamt federt er komfortabel und schluckfreudig. Für den Sandero Stepway sind das die wichtigsten Eigenschaften – und hier macht er vieles richtig.

Interessiert es die Zielgruppe des Stepway, dass dem Motor bei höheren Drehzahlen deutlich die Luft ausgeht und die Drehzahlgrenze bei 6,200 U/min so unerreichbar wirkt wie ein Urlaub im Ausland? Oder dass der Schleifpunkt der Kupplung bestenfalls vage ist, die Lenkung ungefähr so kommunikativ wie ein durchschnittlicher Teenager und die Gaspedalkalibrierung schwach ausfällt?

Ich vermute: eher nicht.

Das vermute ich ebenfalls. Beim letzten Punkt sollte man allerdings genauer hinsehen, denn die Abstimmung des Gaspedals erschwert es, das Verhalten des Autos vorherzusagen. Mal reagiert es übertrieben stark auf Eingaben und scheint davonzustürmen, mal folgt zu wenig Reaktion. Das ist eigenartig und macht den Stepway zusammen mit der unpräzisen Kupplung bei niedrigen Geschwindigkeiten gelegentlich etwas umständlich.

Der Antriebsstrang wirkt samt seines ausgeprägten Schwungradeffekts etwas träge, als täte das Auto alles, um Fahrer und Motor voneinander zu entkoppeln. Dennoch lässt sich das Sechsgang-Schaltgetriebe ausreichend geschmeidig bedienen, ohne dass man zur bei einigen Varianten erhältlichen £1,200 teuren Automatik greifen muss. Der Sprint von 0 auf 62 mph dauert 11.9 Sekunden.

Und wie fährt er durch Kurven?

Er ist absolut kompetent: ein Auto, von dem man wenig erwartet und das dann angenehm, wenn auch zurückhaltend überrascht. Bei der ersten Kurve knickt er nicht ein, und mit nur 1,154 kg besitzt er diese französische Leichtigkeit, mit der sich eine anspruchsvolle Straße ohne große Mühe bewältigen lässt. Kein primäres Vergnügen, aber eine zufriedenstellende Nebenwirkung.

Innenraum, Platzangebot und laufende Kosten

Wie sieht es im Innenraum aus?

Vor allem hat er die richtige Größe. Vier Erwachsene finden Platz, dazu kommt ein ordentliches Gepäckstück im 328-Liter-Kofferraum. Der Stepway entspricht in seinen Abmessungen vielen Schrägheckmodellen – ein „Supermini-plus“, das sich einfach stimmig anfühlt. Auf der Straße bleibt er klein genug, um unkompliziert handhabbar zu sein, während der Innenraum ausreichend Kapazität bietet.

Natürlich gibt es einige preiswerte Kunststoffe und Verkleidungen. Weil aber die Grundlagen stimmen – Anordnung und Ergonomie –, stören die kratzempfindlichen Türablagen kaum. Pluspunkte für den Testwagen gibt es für die Smartphone-Halterung oben auf dem Armaturenbrett, direkt neben einem praktischen USB-Anschluss. Eine einfache, nützliche Lösung. Auch der Stoffstreifen über das Armaturenbrett wertet den Innenraum sichtbar auf.

Letztlich ist es einfach ein Cockpit, mit dem man schnell zurechtkommt. Die Heizungsbedienung ist nutzerfreundlich, die Sitze sind ordentlich, und die Bildschirme enthalten nicht so viele Funktionen, dass ihre Bedienung verwirrend würde. Das trifft einen echten Sweet Spot. Und das alles für weniger als £13,000. Wer LPG tankt, zahlt etwa die Hälfte der Benzinkosten, muss jedoch berücksichtigen, dass der angegebene Verbrauch von 48.7 mpg mit Benzin auf 38.2 mpg sinkt. Der CO2-Ausstoß liegt bei 130g/km. Im Betrieb dürfte er so günstig sein wie jedes Elektroauto, in der Anschaffung jedoch massiv, massiv preiswerter.

Hat er ein Imageproblem?

Aus meiner Sicht nicht. Wenn man anderen erzählt, dass man Dacia fährt, wirkt das wie eine intelligentere Entscheidung: gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, ohne billig auszusehen. Auch das Design gefällt mir. Gegenüber dem alten Sandero Stepway wirkt er deutlich weniger kantig, weniger geschniegelt als andere Crossover und insgesamt erstaunlich geschickt gestaltet.

Bewertung: 8/10

Technische Daten: 999cc 3-Zyl.-Turbo, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, 100bhp, 125lb ft, 0–62mph in 11.9Sek., 109mph Höchstgeschwindigkeit, 48.7mpg, 130g/km CO2, 1154kg

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