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Das schwedische Unternehmen Saab hat den Auftrag erhalten, mit dem Bau von drei neuen U-Booten des Typs A-26 für die polnische Marine zu beginnen. Das Vorhaben zählt zu den grössten Programmen zur Modernisierung der Seestreitkräfte des europäischen Landes. Der mit der Rüstungsagentur des polnischen Staatsschatzes geschlossene Vertrag hat einen Wert von rund 47 Milliarden schwedischen Kronen. Neben den U-Booten umfasst er ein Paket aus Bewaffnung, Ausbildung und logistischer Unterstützung; die Auslieferungen sollen bis 2038 erfolgen.
Ein strategischer Vertrag für die polnische Marine
Mit der Vereinbarung wird das ORKA-Programm offiziell umgesetzt, nachdem die polnische Regierung Saab 2025 als Lieferanten ihrer künftigen Angriffs-U-Boote ausgewählt hatte. Zu diesem Zeitpunkt lag noch kein Fertigungsauftrag vor, da beide Seiten zunächst die Verhandlungen abschliessen mussten, bevor der Vertrag endgültig unterzeichnet werden konnte.
Die A-26-U-Boote sind für Einsätze unter den anspruchsvollen Bedingungen der Ostsee ausgelegt. Bei ihrer Konstruktion stehen akustische Tarnung und die Fähigkeit, unentdeckt zu bleiben, im Vordergrund. Zugleich verfügen sie über Einsatzmöglichkeiten in den Bereichen Aufklärung, Überwachung, Informationsgewinnung und multidomainfähige Operationen, wodurch die Fähigkeiten der polnischen Marine erheblich erweitert werden.
Bei der Bekanntgabe des Vertrags erklärte der Präsident und CEO von Saab, Micael Johansson: „Wir fühlen uns zutiefst geehrt, dass Polen die U-Boote von Saab ausgewählt hat, um seine Verteidigungsfähigkeiten zu stärken und die strategische Partnerschaft zwischen unseren beiden Nationen zu festigen. Die drei A-26-U-Boote erfüllen Polens gegenwärtige und künftige Verteidigungsanforderungen und werden eine entscheidende Rolle bei der Stärkung der Sicherheit in der Ostseeregion spielen.“
Im Rahmen des Programms wird Saab zudem in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Industrie Fähigkeiten für Wartung, Instandsetzung und Überholung (MRO) in Polen aufbauen. Damit soll strategische Eigenständigkeit bei der Unterstützung der künftigen U-Boot-Flotte geschaffen und die Abhängigkeit von ausländischen Dienstleistungen verringert werden.
Ausbildung und Übergang zur neuen Flotte
Während der Bau der neuen A-26-U-Boote voranschreitet, wird Polen das schwedische U-Boot HMS Södermanland als Übergangslösung einsetzen. Auf diese Weise kann das Land seine U-Boot-Fähigkeiten während der Indienststellung der neuen Einheiten aufrechterhalten. Gleichzeitig wird den Besatzungen die Umstellung auf jene Systeme erleichtert, die in die künftigen Boote integriert werden.
Das Ausbildungsprogramm beginnt auf dem Marinestützpunkt Karlskrona in Schweden, wo schwedische Fachleute polnische U-Boot-Besatzungen schulen werden. Wegen der komplexen Bordsysteme richtet sich die Ausbildung zunächst an technisches Personal. Später kommen Module zur Unterwassersicherheit, zur Rettung und zum Einsatz von Waffen hinzu.
Hintergrund zum A-26-Programm in Schweden
Die für Polen bestimmte Fertigung wird parallel zum fortgesetzten Bau der zwei A-26-U-Boote der Blekinge-Klasse für die schwedische Marine laufen: HMS Blekinge und HMS Skåne. Diese Einheiten bilden das zentrale Modernisierungsprogramm der schwedischen U-Boot-Streitkräfte. Sie wurden entwickelt, um die U-Boote der Gotland- und Västergötland-Klasse zu ergänzen und später abzulösen.
Allerdings ist das schwedische Programm seit der Unterzeichnung der ursprünglichen Verträge im Jahr 2015 wiederholt verzögert worden. Obwohl Saab von der schwedischen Verteidigungsmaterialverwaltung (FMV) neue Aufträge für den Abschluss der letzten Fertigungsphase und die Beschaffung zusätzlicher Materialien erhalten hat, gehen die jüngsten Schätzungen davon aus, dass die Auslieferungen zwischen 2031 und 2035 erfolgen werden, statt nach dem ursprünglich vorgesehenen Zeitplan. Die während dieses Prozesses gewonnenen Erfahrungen sollen als Referenz für die Umsetzung des Vertrags mit der polnischen Marine dienen, dessen letzte Auslieferungen für 2038 vorgesehen sind.
Titelfoto mit freundlicher Genehmigung von Saab.
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