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BMW Vision Neue Klasse: Vorschau auf den elektrischen BMW i3

Weißen BMW Neue Klasse Limousine in modernem Showroom mit Panorama-Fenstern bei Sonnenuntergang.

Der BMW Vision Neue Klasse dürfte zu den grossen Publikumsmagneten der IAA Mobility in München zählen.

Denn er liefert einen konkreten Ausblick auf den künftigen elektrischen 3er, der voraussichtlich erneut die Bezeichnung i3 tragen wird. Zugleich zeigt die Studie, welche technischen Lösungen bei den Elektroautos der bayerischen Marke mittel- und langfristig zu erwarten sind.

Zahlreiche Concept Cars sind vor allem Stilübungen auf vier Rädern. Andere besitzen jedoch weit grössere technische Relevanz – wie diese Neue Klasse. BMW verbindet die Studie mit einem Versprechen, das nicht nur das Publikum, sondern auch die Konkurrenz aufhorchen lässt:

„30 % mehr Reichweite, 30 % schnellere Batterieladevorgänge und 25 % höhere Energieeffizienz“

  • Frank Weber, Mitglied des BMW-Vorstands und Leiter der Entwicklung neuer Modelle

Wie bedeutend dieser Prototyp für BMW ist, macht die anschliessende Aussage deutlich: „Dieses Projekt ist die grösste Investition in eine Modellreihe in der Geschichte von BMW. Damit schreiben wir nicht nur ein neues Kapitel, sondern ein ganzes Buch, zumal dieses Fahrzeug künftige Generationen all unserer Automobile prägen wird.“

Höher hätte BMW die Erwartungen kaum setzen können.

Warum „Neue Klasse“?

Die Bezeichnung Neue Klasse wirkt zunächst etwas rätselhaft – nicht allein, weil sie deutsch ist. Sie soll jedoch die Verbindung zu jenem Fahrzeug herstellen, das BMW in den 1960er-Jahren wieder auf Kurs brachte.

Nach einer äusserst schwierigen Phase, in der eine Übernahme durch Mercedes-Benz beinahe zustande gekommen wäre, wagte BMW mit dieser „Neuen Klasse“ einen Neustart. Wie heute handelte es sich um den Namen eines ganzen Projekts und nicht bloss eines einzelnen Modells. Seine erste Ausprägung war der 1962 eingeführte BMW 1500, der als Vorläufer des 5ers gilt.

Auch wenn die Aussagen eines derart versierten Technikers wie Weber die Vorfreude wecken, werden die konkreten technischen Daten erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Klares Design des BMW Vision Neue Klasse

Vorerst lässt sich vor allem das Erscheinungsbild bewundern: Der BMW Vision Neue Klasse trägt ausgesprochen klare, elegante und zeitlose Linien unter einer nahezu faltenfreien Karosserie in einem sanften Gelbton namens Joyous Bright.

Die fast monolithisch wirkende Karosserie greift die Formensprache des i Vision Dee auf, den BMW im Januar dieses Jahres auf der CES 2023 präsentiert hatte, fällt jedoch grösser aus.

Neben der weitläufigen Verglasung, die durch das vollständig transparente Dach zusätzlich erweitert wird, sticht vor allem die Neuinterpretation der BMW-Niere hervor.

Sie bindet die innovativen Frontscheinwerfer ein und macht die gesamte Fahrzeugfront zu einer interaktiven Fläche. Nähert sich eine Person dem Auto, beginnt eine sehr präzise dreidimensionale Animation den Kontakt zwischen Nutzer und Fahrzeug.

Auch das Heck setzt auf Interaktion: Die per 3D-Druck hergestellten Leuchten bestehen aus mehreren Schichten und erzeugen dadurch einen räumlichen Tiefeneindruck.

Neues Innenraumkonzept

Im Innenraum des Vision Neue Klasse wurden analoge Bedienelemente auf ein Minimum reduziert. Die Kommunikation zwischen Mensch und Fahrzeug erfolgt über den zentralen Bildschirm, die „Panoramasicht“ sowie die Multifunktionstasten am Lenkrad – und selbstverständlich über die Sprachsteuerung von BMW.

Mit der BMW Panoramasicht, die in der Neue Klasse erstmals eingesetzt wird, werden Informationen direkt in das Blickfeld des Fahrers und erstmals über die gesamte Breite der Windschutzscheibe projiziert. Ergänzt wird das System weiterhin durch ein weiterentwickeltes Head-up-Display.

Fahrer und Beifahrer erhalten auf dem Panoramasicht-Display jeweils eigene Inhalte, was ein inklusiveres Erlebnis schaffen soll. Mit einer einfachen Geste können sie Inhalte zum Zentraldisplay übertragen oder von diesem übernehmen. Abhängig vom gewählten Fahrmodus erscheinen anschliessend passende Informationen und Grafiken.

Mehr Effizienz, weniger Verbrauch, mehr Reichweite

Da der Vision Neue Klasse noch eine Studie ist und die Serienversion erst in etwa zwei Jahren erwartet wird, sind bislang nur wenige Details zu Antrieben, Batterien und Ladesystemen bekannt.

Einige Fakten hat BMW allerdings bereits bestätigt. Die neuen Batterien mit zylindrischen Zellen sollen eine um 20 % höhere Energiedichte aufweisen als die bislang verwendeten prismatischen Zellen.

Zusammen mit den angekündigten effizienteren Elektromotoren ergibt sich die bereits erwähnte Steigerung der Gesamteffizienz um 25 % gegenüber den aktuellen Elektroautos von BMW.

Ein Rechenbeispiel: Der heutige BMW i4 benötigt 16–19 kWh/100 km. Für den künftigen i3 würde dies einen kombinierten WLTP-Verbrauch von 12–15 kWh/100 km bedeuten. Berücksichtigt man die von Weber genannten 30 % zusätzliche Reichweite, dürfte diese bei 620–680 km liegen.

Darüber hinaus soll die kommende Generation des BMW i3 – und damit jedes Modell der Neue Klasse – mit einer Bordspannung von 800 V arbeiten. Die Ladeleistung würde damit vom derzeitigen Maximum von 200 kW zunächst auf 250 kW und später auf 300 kW steigen.

BMW i3M mit 600 PS?

Der BMW i3 wird zudem als erstes Modell die nächste Generation von Elektromotoren einführen, die nochmals effizienter arbeiten soll.

Vorgesehen sind Varianten mit Hinterradantrieb und einem Motor ebenso wie Allradversionen mit zwei Motoren. Die Leistungsspanne soll von rund 200 PS bis über 500 PS reichen.

Als BMW legt die Marke bei den Modellen der Neue Klasse besonderen Wert auf den „Fahrspass“ – schliesslich ist dies der eigentliche Leitspruch des bayerischen Herstellers.

2027 dürfte schliesslich das Spitzenmodell folgen: ein i3M mit mehr als 600 PS, selbstverständlich mit Allradantrieb und einer Höchstgeschwindigkeit von über 250 km/h. Damit würde erstmals ein vollelektrischer BMW diese Marke überschreiten.

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