Nachdem Miguel Dias den Honda HR-V bereits in Deutschland getestet hatte, ist der neue japanische SUV nun auf dem portugiesischen Markt angekommen. Anlass genug für ein Wiedersehen während der Modellpräsentation in Portugal.
Honda ordnet den neuen HR-V etwas höher als seinen Vorgänger ein: Er soll künftig die Lücke zwischen B-SUV- und C-SUV-Segment schliessen.
Dieses „doppelte Positionierung“ erlaubt es Honda zwar, mit einem einzigen Modell in zwei Klassen anzutreten. Gleichzeitig steigen damit aber auch die Erwartungen – und die Zahl der Konkurrenten für den japanischen SUV.
Als Wettbewerber des HR-V nennt Honda Fahrzeuge wie den Toyota C-HR, Volkswagen T-Roc und Nissan Qashqai, aber auch Premium-Modelle wie den BMW X1 oder Volvo XC40.
Kann er diesen Ansprüchen gerecht werden? Diese kurze erste Begegnung liefert bereits einen ersten Eindruck.
Europäisch geprägtes Design
Sowohl aussen als vor allem auch im Innenraum zeigt sich deutlich, dass Honda den Stil seines SUV stärker am europäischen Geschmack ausrichten wollte.
Meiner Ansicht nach ist das den Japanern gelungen. Besonders im Cockpit wich die mitunter „chaotische“ Gestaltung früherer japanischer Modelle einer ruhigeren Atmosphäre, die sich am gelungenen und vielfach gelobten Honda e orientiert.
Auch bei der Ergonomie sammelt der HR-V Pluspunkte. Einige physische Bedienelemente bleiben erhalten, was die Nutzung von Klimatisierung, Radio und dem deutlich moderneren Infotainmentsystem erleichtert.
Die Verarbeitung bewegt sich auf dem Niveau der besten C-SUV. Die Materialien fallen jedoch fast durchweg hart aus – zumindest in der getesteten Elegance-Ausführung. Damit rückt der HR-V eher an B-SUV als an C-SUV heran.
Honda HR-V: Viel Platz im Innenraum
Wie schon sein Vorgänger punktet der Honda HR-V besonders mit seinem Platzangebot, vor allem auf den hinteren Sitzplätzen.
Die abfallende Dachlinie schränkt die Kopffreiheit für besonders grosse Mitfahrende zwar leicht ein. Beim Beinraum spielt der HR-V jedoch in einer „eigenen Liga“.
Selbst wenn die Vordersitze ganz nach hinten geschoben sind, bleibt mehr als ausreichend Platz. Teilweise wurde dies allerdings „auf Kosten“ des Kofferraums erreicht: Sein Volumen beträgt 319 l beziehungsweise 304 l in der Lifestyle-Version mit Soundsystem. Beim vorherigen HR-V waren es noch deutlich grosszügigere 470 l.
Trotzdem entstand bei diesem ersten Kontakt eindeutig der Eindruck, dass das Raumangebot des HR-V den Bedürfnissen einer jungen Familie mehr als gerecht wird. Für den endgültigen „Härtetest“ ist allerdings noch ein ausführlicherer Test erforderlich.
Effizienz steht im Vordergrund
Wie Miguel bereits im Video erklärte, wird der neue HR-V ausschliesslich mit dem e:HEV-Hybridantrieb angeboten. Dessen Funktionsweise entspricht dem System, das bereits aus Modellen wie dem Jazz bekannt ist.
Für das kommende Jahr ist zudem eine rein elektrische Variante vorgesehen. Ausschliesslich verbrennungsmotorische Versionen sind hingegen vollständig ausgeschlossen.
Die maximale Leistung von 131 PS und das maximale Drehmoment von 253 Nm stammen vom elektrischen Antriebsmotor. Daneben verfügt der HR-V über zwei weitere Motoren: einen zweiten Elektromotor als Generator sowie einen 1,5-Liter-i-VTEC-Verbrennungsmotor nach Atkinson-Zyklus. Die Kraftübertragung übernimmt ein sogenanntes e-CVT, das technisch gesehen allerdings kein herkömmliches Getriebe besitzt.
In der Praxis sorgen die 131 PS für zügige Fahrleistungen. Noch überzeugender ist aber, dass der HR-V einen grossen Teil der Zeit ausschliesslich elektrisch fahren kann. Der Benzinmotor versorgt den E-Motor dabei mit Energie und arbeitet überwiegend als Generator.
Das Ergebnis sind sehr niedrige Verbrauchswerte. Bei ruhiger Fahrt auf den Avenidas von Lissabon zeigte der Bordcomputer lediglich 2,8 l/100 km an. Selbst auf Schnellstrassen stieg der Durchschnitt nicht über 4,6 l/100 km.
Natürlich war die bei diesem ersten Kontakt in Portugal zurückgelegte Strecke nicht besonders lang. Als erste Einschätzung sind diese Werte jedoch vielversprechend.
Ein weiterer Vorteil des Systems ist sein kultivierter Betrieb – zumindest solange der Verbrennungsmotor nicht „geweckt“ wird.
Obwohl die Kraftübertragung wie bei einem Elektrofahrzeug mit fester Übersetzung arbeitet, erinnert das Verhalten des Verbrennungsmotors bei höherer Leistungsanforderung an andere Modelle mit CVT. Dann dreht der Motor höher und wird deutlich hörbar. Das wirkt etwas störend, zumal kein direkter Zusammenhang zum entsprechenden Geschwindigkeitszuwachs besteht.
Komfort als Priorität
Bei diesem ersten Kontakt mit dem Honda HR-V auf portugiesischen Strassen bestätigte sich, was Miguel nach seiner Fahrt in Deutschland bereits festgestellt hatte: Komfort hat oberste Priorität.
Der HR-V fährt jederzeit berechenbar und sicher. Seine Lenkung arbeitet präzise und direkt und bietet eine angenehme Gewichtung. Bei schneller Kurvenfahrt kann das Fahrwerk jedoch nicht immer eine gewisse Seitenneigung der Karosserie verhindern.
Bei gemässigter Gangart wirkt der Honda HR-V dagegen souverän, der Komfort ist hoch. Lediglich die Abrollgeräusche trüben ein Fahrerlebnis, das nicht nur unkompliziert, sondern geradezu entspannend wird, solange der Verbrennungsmotor nicht eingreifen muss.
Was kostet er?
Seit 1999 wurden auf dem portugiesischen Markt rund 7300 Exemplare verkauft. In dritter Generation kommt der Honda HR-V dort nun mit drei Ausstattungslinien auf den Markt: Elegance, Advance und Lifestyle.
Zur serienmässigen Ausstattung aller Varianten gehören Full-LED-Scheinwerfer, adaptiver Tempomat, vordere und hintere Parksensoren, 18-Zoll-Leichtmetallräder, ein 7-Zoll-Instrumentendisplay sowie ein 9-Zoll-Zentralbildschirm mit Apple CarPlay und Android Auto.
Ebenfalls bei jedem HR-V an Bord sind Hondas „Magic Seats“, fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung, fünf Jahre Mobilitätsgarantie und Metallic-Lackierung.
| Version | Preis |
|---|---|
| Elegance | 34 500 € |
| Advance | 37 500 € |
| Lifestyle | 41 000 € |
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen