Nachdem wir den Citroën ë-C4 bereits in seiner rein elektrischen Ausführung kennengelernt haben, präsentiert die Marke mit dem Doppelwinkel nun eine neue Karosserieform mit Fastback-Anmutung. Antrieb und technische Basis bleiben dabei exakt gleich.
Von vorn betrachtet unterscheiden sich ë-C4 und ë-C4 X nur wenig. Erst in der Seitenansicht und am Heck werden die Abweichungen deutlich: Die Dachlinie verläuft fließender und zieht sich bis zum Kofferraum weiter, was Citroën ausreicht, um von einem Liftback zu sprechen.
Tatsächlich handelt es sich jedoch „lediglich“ um eine viertürige Karosserie mit einem nun konventioneller gestalteten Kofferraum. Gegenüber dem fünftürigen Citroën ë-C4 ohne X wächst die Länge um 24 cm auf insgesamt 4,6 Meter.
Als vor rund einem Jahr die ersten Bilder dieser neuen Variante veröffentlicht wurden, hielten viele sie von Beginn an für „zum Scheitern verurteilt“. Berücksichtigt man allerdings, dass etwa der C-Elysée als Vorgänger gelten kann, muss man eine beachtliche Entwicklung zugestehen.
Wie sein Vorgänger wurde auch der neue Citroën ë-C4 X als globales Modell konzipiert und ist für verschiedene Märkte einschließlich Deutschland vorgesehen. Hierzulande gibt es ihn mit einem traditionelleren Benzinmotor sowie als vollelektrische Variante – genau diese haben wir getestet.
Markantes, aber zurückhaltendes Design
Die Front trägt die bekannten Familienmerkmale der meisten Modelle der französischen Marke. Die Tagfahrlichter formen eine Art „X“, während die Scheinwerfereinheiten voneinander getrennt angeordnet sind. Das Doppelwinkel-Logo fügt sich stimmig in die Linienführung ein und ist sehr präsent platziert.
Dunkle Kunststoffverkleidungen im unteren Karosseriebereich sowie rund um die Radhäuser verleihen dem Citroën ë-C4 X einen gewissen SUV-Charakter. Dieser Eindruck wird durch die vergleichsweise großzügige Bodenfreiheit verstärkt, die für eine robustere Erscheinung sorgt.
Die augenfälligsten Unterschiede des ë-C4 X finden sich selbstverständlich am Heck, wo die vom Dach kommende Liftback-Linie sichtbar wird. Die Heckleuchten wirken modern und nutzen LED-Technik. Oben auf dem Kofferraumdeckel sitzt zudem eine dezente Interpretation eines Ducktail-Spoilers.
Citroën ë-C4 X Innenraum ohne Überraschungen
Am Steuer des Citroën ë-C4 X erwarten einen elektrisch verstellbare Ledersitze und eine gelungene Sitzposition. An die festere Polsterung der Sitze muss man sich allerdings zunächst gewöhnen.
Auch beim Armaturenbrett gibt es gegenüber dem Fünftürer keine Änderungen. Dieser C4 besitzt somit ein sehr kompakt dimensioniertes Kombiinstrument und einen zentralen Touchscreen im oberen Bereich. Zwar ist bereits die neue Benutzeroberfläche an Bord, doch die gewünschte Funktion lässt sich darin nicht immer unkompliziert finden.
Die Bedienelemente für Getriebe und Fahrprogramme entsprechen jenen, die bereits aus Dutzenden anderen Stellantis-Modellen bekannt sind. Erfreulicherweise bleiben die wichtigsten Klimaanlagenfunktionen weiterhin über gut erreichbare physische Tasten steuerbar.
Einige Materialien hätten allerdings eine Überarbeitung verdient, da sie zu hart wirken und an manchen Kanten nicht besonders sorgfältig verarbeitet sind.
Platzangebot im Fond und Kofferraum
Der Raum auf den hinteren Plätzen setzt keine Maßstäbe, fällt sowohl für die Beine als auch über dem Kopf aber ausreichend großzügig aus. Verglichen mit anderen reinen Elektroautos – die wegen der Unterbringung ihrer Systembatterie häufig einen besonders langen Radstand besitzen – blieb der ë-C4 X dennoch hinter unseren Erwartungen zurück.
Weiter hinten bietet der Kofferraum mit 510 Litern ein ordentliches Volumen und vermittelt den Eindruck, dass dort praktisch alles Platz findet. Genau hier zeigt sich jedoch der Nachteil der zwar kaschierten, aber dennoch vorhandenen Stufenheck-Karosserie. Der Zugang erfolgt über einen Kofferraumdeckel mit begrenztem Öffnungswinkel, was das Beladen mit größeren Gegenständen erschwert.
Komfortorientierte Einfachheit
Hinter dem Lenkrad des Citroën ë-C4 X prägt vor allem Einfachheit das Fahrerlebnis. Die drei verfügbaren Fahrmodi Eco, Normal und Sport beeinflussen Leistung, Drehmoment und Höchstgeschwindigkeit jeweils auf drei unterschiedlichen Stufen.
Die eigentliche Stärke dieses Modells liegt jedoch im Komfort und in seinem Bestreben, einen möglichst ruhigen Innenraum zu schaffen. Genau die richtige Atmosphäre, um nach einem anstrengenden Tag entspannt nach Hause zu fahren.
Weil offenbar keine „Genehmigung“ für hochwertigere und kostspieligere Materialien vorgesehen war, fielen etwa die stärker als gewünschten Windgeräusche auf.
Dafür wurde die Investition in die Entwicklung eines verstärkten Fahrwerks, das auch in „härteren“ Umgebungen bestehen kann, sinnvoll eingesetzt. Der Citroën ë-C4 X bewältigt viele der „Grausamkeiten“, die im Stadtzentrum anzutreffen sind, sehr mühelos, ohne dabei den im Innenraum wahrgenommenen Komfort zu beeinträchtigen.
Reichweite und Verbrauch
In dieser Ausführung arbeitet ein einzelner Elektromotor mit 136 PS, 260 Nm Drehmoment und Vorderradantrieb. Mit der 50-kWh-Batterie wird eine maximale Reichweite von rund 360 km angegeben. Dafür ist allerdings eine zurückhaltende Fahrweise ohne starke Beschleunigungsmanöver erforderlich. Andernfalls entfernt sich der Citroën ë-C4 X deutlich von diesem Wert.
Während unseres Tests legten wir beispielsweise 43 km zurück und verbrauchten dabei nur 15 % der Batterieladung, wodurch die angezeigte Reichweite auf 286 km sank. Nach weiteren Kilometern in der Stadt und auf der Autobahn – stets bei eingeschalteter Klimaanlage – waren noch 128 km Reichweite und 48 % Batterieladung vorhanden. Der Tageskilometerzähler stand zu diesem Zeitpunkt bei 135 km.
Citroën gibt einen Durchschnittsverbrauch von etwa 16 kWh/100 km an. Wir gehen jedoch davon aus, dass dieser Wert im sparsamsten Fahrmodus und ohne aktivierte zusätzliche Verbraucher wie beispielsweise die Klimaanlage ermittelt wurde.
Bei einer gewöhnlicheren Fahrweise erzielten wir 17,4 kWh/100 km. Mit einem höheren Autobahnanteil waren es 18,7 kWh, also unter Bedingungen mit geringeren Möglichkeiten zur Energierückgewinnung.
Der „Preis“ der Elektrifizierung
Ohne Zweifel wurde der Citroën ë-C4 X anhand einer verbindlichen Liste von Anforderungen entwickelt, um in den unterschiedlichen Zielmärkten zu den rationaleren und attraktiveren Angeboten zu zählen.
Dass es sich um ein reines Elektroauto mit Elektromotor, Batterie, Ladegerät und weiteren moderneren Komponenten handelt, sorgt allerdings weiterhin für einen nicht gerade attraktiven Preis: Bereits die Basisversion kostet mehr als 40.000 Euro.
Mit der Ausstattung Shine Pack am oberen Ende der Citroën-ë-C4-X-Palette ist der getestete Wagen bereits umfangreich ausgestattet, unter anderem mit elektrisch verstellbaren Ledersitzen inklusive Massagefunktion. Der Nachteil: Sein Preis nähert sich damit bereits stark der Marke von 45.000 Euro.
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