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Horacio Pagani: Warum der Utopia beim V12-Biturbo bleibt

Silberner Sportwagen mit Flügeltüren in modernem Showroom, spiegelnder Betonboden und Skizze am weißen Wandposter.

Der Utopia ist die jüngste Schöpfung von Horacio Pagani – und seine Wahl beim Antrieb überraschte: ein V12-Biturbo mit manuellem Getriebe. Von Elektrifizierung fehlt jede Spur, abgesehen von der 12-V-Batterie.

Das galt umso mehr, weil bei seiner Vorstellung 2022 bereits elektrische Hypercars wie der Rimac Nevera und der Lotus Evija existierten. Eine Klasse darunter präsentierten oder kündigten Ferrari, Lamborghini und McLaren zugleich eine neue Generation von Hybrid-Supersportwagen an.

Horacio Paginis Entscheidung gegen den Branchentrend begründete er kürzlich gegenüber Drive während der Monterey Car Week, auf der er den Utopia Roadster vorstellte. Verantwortlich dafür seien ... seine Kunden.

„Tatsächlich interessiert sich niemand für ein Hybridauto.“

Horacio Pagani, Gründer und CEO von Pagani, gegenüber Drive

Horacio Pagani erklärte, dass sich auch Hybridfahrzeuge in seiner eigenen Sammlung befinden, etwa der Porsche 918 Spyder. Dennoch sagte er: „Wenn es Zeit ist, mit dem Porsche eine Runde zu fahren, nehme ich meinen 911R oder den Carrera GT. Unsere Kunden denken genauso.“

Er führte weiter aus: „Ich glaube, wenn wir die Menschen fragen, werden die meisten sagen, dass ein Hybrid etwas Außergewöhnliches ist, weil er alle Probleme eines Elektroautos und alle Probleme eines Verbrennungsautos hat und zudem höhere Kosten verursacht (bei Entwicklung und Wartung).“

Elektro- und Hybridantrieb wurden erwogen

Das bedeutet allerdings nicht, dass Horacio Pagani einer elektrifizierten oder vollständig elektrischen Zukunft für Hochleistungsfahrzeuge grundsätzlich ablehnend gegenübersteht.

Wie er Drive erzählte, zog Pagani einen Hybrid-V8 in Betracht. Dieser hätte dem ohnehin leichten Utopia jedoch 400-500 kg zusätzliches Gewicht beschert (1280 kg trocken, also 60 kg weniger als beim Huayra). Doch „unsere Kunden wollten damit nichts zu tun haben“, so Pagani.

Auch über ein Projekt für ein elektrisches Hypercar sprach Pagani, das 2017 gestartet worden war. Obwohl sowohl sein Team als auch er selbst von dem Vorhaben begeistert waren – mit Mercedes-AMG, Lucid und weiteren Partnern –, fehlte erneut das Interesse der Kunden.

Die Aussagen von Horacio Pagani scheinen der nüchternen Marktrealität zu entsprechen. Weder der Rimac Nevera noch der Lotus Evija, zwei elektrische Hypercars mit brachialer Leistung, konnten bislang genügend Käufer für die begrenzte Zahl der geplanten Fahrzeuge finden: 150 Einheiten beziehungsweise 130 Einheiten.

Der neue Bugatti Tourbillon hingegen, der Hybrid-Nachfolger des Chiron, ist mit allen 250 Einheiten bereits ausverkauft, obwohl die Produktion erst 2026 beginnen soll. In diesem Fall überstrahlen allerdings die Faszination des riesigen Saug-V16 und die Mystik der Marke offenbar die Tatsache, dass die Vorderachse elektrifiziert ist.

Hat reine Verbrennung eine Zukunft?

Der Pagani-Gründer betont, dass das Unternehmen wegen seiner geringen Größe genau das bauen müsse, was Kunden wünschen: Es gibt keinen großen Automobilkonzern im Hintergrund, der als Sicherheitsnetz dient. Sollte sich der Markt jedoch verändern, verfüge Pagani intern über reichlich Technologie, um die Richtung schnell anzupassen.

Laut Pagani ist die Homologation des AMG-V12-Biturbo im Utopia sowie seiner künftigen Weiterentwicklungen bis 2031 gesichert. Was danach kommt, weiß niemand – doch Horacio Pagani fasst es so zusammen: „Wir tun alles, was wir können, um den V12 zu erhalten.“

Quelle: Drive

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