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Honda Civic Type R Limited Edition im Test

Gelber Honda Civic Type R auf nasser Rennstrecke mit reflektierender Wasserpfütze bei bewölktem Himmel.

Ich kann mich nicht erinnern, je einen Civic in dieser Farbe gesehen zu haben …

Falls doch, dann vor exakt zwei Jahrzehnten: beim EK9 Civic Type R. Das war die erste Generation von Hondas Sport-Kompaktwagen, die nie offiziell nach Großbritannien kam.

Seine charakteristische Lackierung Sunlight Yellow ist die einzige Farbwahl für diese neue Sonderedition des FK8 Civic Type R. Glücklicherweise ist die fünfte Generation von Hondas Sport-Kompaktwagen diesmal auch in Großbritannien erhältlich.

Honda Civic Type R Limited Edition: mehr als Lack und Plakette?

Das Besondere sind also Lackierung und eine Plakette?

Ja – aber zugleich deutlich mehr und erstaunlich wenig. Honda versucht sich hier an der Disziplin der kompromisslos erleichterten Sondermodelle, die Renault Sport spätestens seit dem grandiosen Mégane R26.R perfektioniert hat. Vor Ihnen steht also ein Civic, der 47 kg abgespeckt hat und zugleich rund 5.000 £ teurer wurde.

Mit 39.995 £ ist der Preis durchaus atemberaubend, doch kaum eine Zahl könnte hier unwichtiger sein. Von den 100 Limited Editions für Europa gehen 20 nach Großbritannien – und alle waren bereits innerhalb einer Stunde nach der Ankündigung verkauft. Zusätzlich zur Farbe erhält das Auto ein schwarzes Dach, einen schwarzen Lüftungsauslass auf der Motorhaube sowie schwarze Embleme.

47 kg weniger Gewicht beim Civic Type R

Wenigstens hat während des Lockdowns jemand Gewicht verloren.

Stimmt, auch wenn 47 kg im Vergleich zu Renaults Nordschleifen-stürmenden Mégane-Modellen eher eine überschaubare Ersparnis sind. Sämtliche Scheiben bleiben aus Glas, die Rückbank bleibt erhalten, und weder Carbonräder noch Carbonbremsen werden angeboten. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 5,8 Sekunden sowie die Höchstgeschwindigkeit von 272 km/h entsprechen dem Serienmodell.

Die Diät verteilt sich folgendermaßen: weniger Dämmmaterial (-14,3 kg), Wegfall der Klimaanlage (-10,4 kg), geschmiedete 20-Zoll-BBS-Räder mit Michelin-Cup-2-Reifen (-10 kg), verschiedene Ausstattungsänderungen wie der Verzicht auf die Hutablage (-6,9 kg) sowie kein Audiosystem und keine Touchscreen-Einheit (-5,4 kg). Gerade Letzteres wirkt merkwürdig: Ausgerechnet der einzige Type R des Modelljahrs 2020 ohne Hondas etwas nerdiges Datenaufzeichnungssystem ist jenes Modell, dessen Fahrer es vermutlich am stärksten nutzen würde. Schließlich hat die Limited Edition bereits Streckenrekorde aufgestellt.

Überarbeitete Technik und Fahrwerk

Was ist sonst noch neu?

Die Limited Edition erscheint gleichzeitig mit der Modellpflege für die gesamte Type-R-Baureihe. Dazu zählen dezente Änderungen am Fahrwerk – teilweise speziell auf die Kombination aus BBS-Rädern und Cup-2-Reifen abgestimmt –, eine verbesserte Bremsleistung durch neue zweiteilige Bremsscheiben sowie ein noch angenehmerer manueller Gangwechsel. Dafür sorgt ein tropfenförmiger Schaltknauf, der an frühere Type-R-Modelle erinnert, einschließlich des ersten Civic in Sunlight Yellow. Der Lenkradkranz ist außerdem mit schwarzem und rotem Alcantara bezogen.

Und wie fährt sich dieses Exemplar? Völlig verrückt?

Bei unserer kurzen Fahrt: absolut. Ich würde darauf wetten, dass die Cup-2-Reifen daran einen großen Anteil haben. Zunächst standen uns lediglich zwölf Runden auf der engen, anspruchsvollen Strecke von Great Tew zur Verfügung – bei strömendem Regen. Die Hartnäckigkeit der Type-R-Bremsen und die Bereitschaft der Vorderachse, in Kurven einzulenken, waren faszinierend. Zu viel Angriffslust führte jedoch zu einer Art von Übersteuern, die der normale FK8 nur selten zeigt. Um die Limited Edition unter diesen durchnässten Bedingungen sauber zu bewegen, musste man einen weiteren Kurvenbogen wählen und etwas später einlenken. So ließ sich mehr Geschwindigkeit abbauen, damit sich Bremsen und Lenken nicht einmal kurz überlagerten.

Und dennoch: Sobald man auf diese Sanftheit verzichtete, war dieser Civic ein herrlich irrsinniges Biest. Das Heck brach zwar auf eine Weise aus, die beim zuvor gefahrenen Serien-FK8 nicht vorkam. Doch die Kommunikation des Type R ist so reichhaltig – die Rückmeldung von Lenkrad und Bremspedal bewegt sich auf dem Niveau von Motorsport-911ern –, dass man selbst bei üblem Wetter jeden Millimeter seiner Bewegungen nachvollziehen kann. Bei jedem Rutscher grinste ich, statt die Zähne zusammenzubeißen.

Wie ist er, wenn man ihn einfach normal fährt?

Auf öffentlichen Straßen oder bei trockeneren Bedingungen sind wir die Limited Edition bislang nicht gefahren. Vermutlich federt sie mit der überraschenden Geschmeidigkeit des regulären Type R und bietet auf einer sonnigen Landstraße noch kompromissloseren Grip. Ich gehe davon aus, dass sie sich spektakulär anfühlen wird.

Ich glaube allerdings nicht, dass sie das bessere Straßenauto gegenüber dem Serienmodell ist. Der Verlust von Klimaanlage, Audiosystem und Navigation – ohne Möglichkeit, diese wieder einzubauen – beeinträchtigt die Alltagstauglichkeit erheblich. Dennoch darf die Rückbank bleiben. Ich hätte lieber auch ihren Ausbau gesehen: Das hätte weiteres Gewicht gespart und den Charakter dieses Autos für besondere Anlässe sichtbarer unterstrichen. So dürfte man mit Cup-2-Reifen auf einem regulären Type R weitgehend dasselbe Erlebnis erhalten, während die Klima- und Audioausstattung erhalten bleibt, die zu einer echten längeren Reise einlädt.

Was letztlich keine Rolle spielt: Das Auto ist seltener als Renaults 52.000 £ teurer Mégane Trophy R, war innerhalb einer Stunde ausverkauft, und vermutlich wird niemand auf der Käuferliste auch nur im Geringsten enttäuscht sein, sobald die Limited Edition in den Händen liegt. Hoffen wir nur, dass es dann nicht gerade biblisch stark regnet …

Bewertung: 9/10

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