Hyundai i40: Anspruch in der Mittelklasse
Sehen wir einmal darüber hinweg, dass das klassische Familienauto zunehmend an Bedeutung verliert, und würdigen stattdessen, was Hyundai erreicht hat. Die Marke ist inzwischen an einem Punkt angekommen, an dem sie uns davon überzeugt, ihr neues Familienauto ernst zu nehmen. Ein koreanischer Kleinwagen für die Stadt ist längst nichts Ungewöhnliches mehr, doch der Schritt in höhere Marktsegmente ist voller Risiken. Marke und Design gewinnen an Gewicht, die Ausstattung muss stimmen, und die Verarbeitung muss überzeugen.
Auf den ersten Blick ist der i40 für ein Publikum, das mit Mondeo und Insignia gross geworden ist, schwerer zu verkaufen als der eigenwillig-skurrile Veloster (siehe Seite 76). Trotzdem besteht kaum ein Zweifel daran, dass er Käufer finden wird. Allein sein Auftritt spricht dafür: attraktiv, oder? Ein Familienauto, mit dem man sich durchaus gern sehen lässt. Zunächst wird er allerdings ausschliesslich als Kombi angeboten; gegen Ende dieses Jahres folgt eine Limousine.
Zur Auswahl stehen Benzinmotoren mit 133 PS oder 175 PS sowie ein 1,7-Liter-Diesel mit 113 oder 134 PS. Die stärkere Dieselvariante ist neben dem von uns gefahrenen Sechsgang-Schaltgetriebe auch mit Automatik erhältlich. Für einen Diesel reagiert der Motor lebhaft und drehfreudig, spricht gut aufs Gaspedal an und nagelt nicht übermässig. Er wirkt sorgfältig konstruiert – genau wie das gesamte Auto.
Fahrverhalten und Komfort des Hyundai i40
Beim Handling setzt der i40 keine neuen Massstäbe und fährt einem Mondeo nicht davon. Sympathisch ist jedoch, dass er nicht vorgibt, etwas anderes zu sein. Sportlich sein will er gar nicht. Die Abstimmung ist weich, die Karosserie neigt sich in Kurven, und auf ebenen Bögen fliesst er sehr ordentlich dahin. Schlaglöcher drücken die Räder allerdings so kräftig zurück, dass die Federung spürbar erschüttert wird. Zudem gibt es in der Lenkung einen ungewöhnlichen Widerstand, den man beim Einlenken erst überwinden muss. Davon abgesehen bleibt er gelassen, kultiviert und völlig unkompliziert. Auf der Autobahn gleitet er entspannt dahin, in engen Situationen zeigt er sich gut dosierbar und brav, echte Schwächen leistet er sich kaum. Vielleicht etwas hausgeräteartig – doch schliesslich richtet er sich an den Massenmarkt.
Im Innenraum wartet ein übersichtlich gestaltetes Armaturenbrett, das möglicherweise etwas überladen wirkt. Hyundai weiss jedoch, wie wichtig eine bequeme Sitzposition für den Fahrer ist: Die Sitze sind breit und weich, während sich das Lenkrad in grossem Umfang verstellen lässt.
Preis, Ausstattung und Platzangebot
Doch es gibt einen Haken. Die Preise beginnen bei 18.395 £, und dieses Exemplar liegt bei fast 25.000 £. Damit unterbietet der i40 weder den Peugeot 508 noch den Ford Mondeo oder den Vauxhall Insignia – eher das Gegenteil ist der Fall. Hyundai ist offenbar überzeugt, dass der i40 alles Nötige mitbringt. Seine Ausstattung ist umfangreich, besonders in der Premium-Ausstattung, und hinter der kompakten Erscheinung verbergen sich ein Kofferraumvolumen von 553 Litern sowie grosszügige Platzverhältnisse für die Passagiere. Der i40 ist ein überzeugendes Auto. Überzeugend genug, um Käufer daran glauben zu lassen, dass der Markt für Familienautos ein Comeback erlebt.
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