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Mercedes-Benz C-Klasse W206: Warum AMG auf Vierzylinder setzt

Grauer Mercedes-Benz W206 AMG steht in einem modernen Autohaus mit großen Fenstern im Hintergrund.

Die Gerüchte haben sich bestätigt: Der neue Mercedes-Benz C-Klasse W206 wird unabhängig von der Ausführung ausschliesslich mit Vierzylindermotoren angeboten. Damit verzichten selbst die Varianten mit AMG-Emblem auf die bislang bekannten V6- und V8-Aggregate – ja, unter der Motorhaube des kommenden C 63 wird lediglich ein Vierzylinder sitzen.

Um diese weitreichende Entscheidung besser nachvollziehbar zu machen, erläuterte Christian Früh, der Chefingenieur der C-Klasse, gegenüber Automotive News die Gründe dafür.

Die naheliegende Frage lautet: Weshalb setzt Mercedes bei den Topmodellen auf Vierzylinder, obwohl der Hersteller erst vor wenigen Jahren, 2017, einen neuen Reihensechszylinder (M 256) vorgestellt hat, der die bisherigen V6- und V8-Motoren durchaus hätte ersetzen können?

Mercedes-Benz C-Klasse W206: Vierzylinder für die AMG-Modelle

Den charaktervollen, lautstark grollenden V8 im C 63 durch einen „blossen“ Vierzylinder zu ersetzen, lässt sich erstaunlicherweise leichter begründen – auch wenn es sich keineswegs um irgendeinen Vierzylinder handelt. Gemeint ist der M 139, der stärkste in Serie gefertigte Vierzylinder der Welt, der beispielsweise auch im A 45 S zum Einsatz kommt. Dennoch ist es nicht dasselbe, wie acht Zylinder vor sich bedrohlich „knurren“ zu hören.

Beim C 63 stellt diese Lösung den wirksamsten Weg dar, dessen hohe CO₂-Emissionen zu senken. Das liegt nicht nur daran, dass im Wesentlichen nur noch die Hälfte des bisherigen Motors verwendet wird, sondern vor allem am Plug-in-Hybridsystem. Der künftige C 63 dürfte somit ähnlich hohe oder den Gerüchten zufolge sogar leicht höhere Leistungs- und Drehmomentwerte als das aktuelle Modell erreichen, bei deutlich niedrigeren Verbrauchs- und Emissionswerten.

Zu lang für den Motorraum

Beim C 43 – ob diese Bezeichnung bestehen bleibt oder, wie bei anderen Mercedes-AMG-Modellen, durch 53 ersetzt wird, muss noch bestätigt werden – beruht die Entscheidung hingegen auf einem anderen Umstand. Zwar zählt auch die Emissionsminderung zu den Gründen, entscheidend ist jedoch etwas sehr Einfaches: Der neue Reihensechszylinder passt schlicht nicht in den Motorraum der neuen C-Klasse W206.

Ein Reihensechszylinder ist naturgemäss länger als ein V6 und sogar länger als ein V8, der kaum mehr Baulänge als ein Reihenvierzylinder benötigt. Laut Christian Früh müsste die Front der neuen C-Klasse W206 um 50 mm länger ausfallen, damit der Reihensechszylinder Platz findet.

Warum wurde das längere Aggregat dann nicht schon während der Entwicklung der neuen C-Klasse berücksichtigt? Ganz einfach: Für die angestrebte Leistung waren keine Motoren mit mehr als vier Zylindern erforderlich.

C 43 mit M 254 und elektrischem Turbolader

Der Leistungsunterschied zwischen Vier- und Sechszylindern würde durch die Ergänzung von Plug-in-Hybridmodellen ohnehin ausgeglichen. Ausserdem würden die zusätzlichen 50 mm nach Aussage von Früh eine höhere Belastung der Vorderachse bedeuten und sich auf die Fahrdynamik auswirken.

Der aktuelle C 43 nutzt einen 3,0-Liter-V6-Biturbo mit 390 PS. Vom neuen C 43 wird trotz eines kleineren Vierzylinders mit nur 2,0 l dieselbe Leistung erwartet.

Interessanterweise kommt dabei nicht der M 139 zum Einsatz, obwohl bekannt ist, dass er diese Werte erreichen kann: Der A 45 leistet in seiner regulären Ausführung 387 PS. Stattdessen erhält der kommende C 43 den neuen M 254, der sein Debüt in der überarbeiteten E-Klasse feierte. Er gehört zur selben modularen Motorenfamilie wie der Reihensechszylinder M 256 und auch der Vierzylinder-Diesel OM 654.

Gemeinsam ist ihnen ein 48-V-Mild-Hybrid-System mit einem kleinen Elektromotor, der 20 PS und 180 Nm beisteuert. In der E-Klasse leistet der E 300 272 PS, im C 43 sollen jedoch die 390 PS des aktuellen Modells erreicht werden. Wie? Die Affalterbacher Marke (AMG) hält für diesen Motor einige Neuerungen bereit, darunter etwa einen elektrischen Turbolader.

Trotzdem wäre es keine Überraschung, wenn der kommende C 43 in seinem Datenblatt höhere Verbrauchs- und Emissionswerte als der … C 63 (!) aufweisen würde – aufgrund der unterschiedlichen eingesetzten Elektrifizierungsgrade.

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