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EU plant europäisches Auto fürs Volk als bezahlbares Elektroauto

Blauer Elektro-Sportwagen mit aerodynamischem Design in modernem Ausstellungsraum auf weißer Fläche.

Die Europäische Union (EU) will ein eigenes Programm für kleine, bezahlbare Elektroautos auflegen – gewissermaßen ein europäisches „Auto fürs Volk“.

Die Initiative wurde erstmals im September angekündigt. Bereits im Dezember dürfte sie konkreter werden, wenn die Europäische Kommission ein neues Maßnahmenpaket für die Automobilbranche vorstellt.

EU-Programm für erschwingliche Elektro-Kleinwagen

Stéphane Séjourne, EU-Kommissar für Industrie, nannte den 10. Dezember als Termin, an dem weitere Einzelheiten bekannt werden sollen. Er äußerte sich dazu beim Automobiltag der Industrie am 4. November in Paris.

„Die Hersteller wollen neue Kompaktfahrzeuge zu Preisen zwischen 15.000 und 20.000 Euro auf den Markt bringen. Da die derzeitigen Vorschriften den Endpreis stark beeinflussen, werden wir einen neuen Rechtsrahmen schaffen, der dies ermöglicht“, erklärte der EU-Kommissar.

Neue Kategorie für das europäische Auto fürs Volk

Bislang sind die Vorgaben für die neue Fahrzeugklasse kaum bekannt. Fest steht lediglich, dass es sich um kompakte, rein elektrische Fahrzeuge handeln soll, die zwischen vierrädrigen Leichtfahrzeugen und herkömmlichen Autos angesiedelt sind – eine Art europäischer Kei Car.

Voraussichtlich werden diese „Autos fürs Volk“ auf einen Teil der Sicherheits- und Technikausstattung verzichten, die für heutige Fahrzeuge vorgeschrieben ist. Dadurch sollen die Kosten sinken und die Fertigung einfacher werden. Ziel ist es, Elektroautos für Millionen Europäer bezahlbar zu machen, ohne die Nachhaltigkeit zu beeinträchtigen.

Aus Sicht Brüssels geht es dabei um zwei Aufgaben zugleich: bezahlbare Elektromobilität sicherzustellen und die lokale Produktion zu stärken, um die Abhängigkeit von externen Lieferketten zu verringern. Die Botschaft war eindeutig: „Wir dürfen nicht zulassen, dass China und andere diesen Markt erobern“.

Druck aus der Automobilindustrie

Die Entscheidung ist eine Reaktion auf den Druck der Branche, die seit Monaten flexiblere gesetzliche Rahmenbedingungen für die Entwicklung kompakter Elektrofahrzeuge fordert. Stellantis gehörte zu den ersten Unternehmen, die für eine neue Kategorie warben: den „E-Car“ oder die Klasse M0 für günstige elektrische Stadtfahrzeuge.

François Provost, CEO der Renault-Gruppe, forderte kürzlich, Europa müsse das Tempo neuer Automobilvorschriften in den kommenden zehn Jahren drosseln. Damit sollten die Marken mehr Planungssicherheit erhalten und kleine, erschwingliche Autos wieder möglich werden.

Nach Einschätzung des französischen Managers haben die fortlaufenden Änderungen bei Emissions- und Sicherheitsvorgaben die Entwicklungskosten massiv steigen lassen. Bezahlbare und zugleich rentable Autos herzustellen, werde dadurch zu einer nahezu unlösbaren Aufgabe.

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