Seit seiner ersten Generation gehört der Skoda Superb häufig zu den Fahrzeugen in den Fuhrparks europäischer Regierungen. Für diesen repräsentativen Einsatz bringt er reichlich Argumente mit: seine großzügigen Außenmaße, das stets zurückhaltende Erscheinungsbild und das üppige Raumangebot.
Nachdem wir kürzlich bereits den Superb Combi, also den Kombi der Baureihe, getestet hatten, wollten wir genauer herausfinden, was den Superb zur „Limousine des Herrn Ministers“ macht.
Beim Design muss ich Skoda zunächst dafür loben, wie geschickt die Marke kaschiert, dass der Superb eigentlich ein Hatchback ist. Tatsächlich besitzt das tschechische Flaggschiff, auch wenn es nicht so wirkt, eine fünfte Tür inklusive Heckscheibe – ein klarer Vorteil bei der Alltagstauglichkeit.
Seine dezente Gestaltung dürfte außerdem dazu beitragen, dass der Superb über Jahre hinweg modern aussieht. Bedauerlich ist lediglich, dass er seine große Ähnlichkeit mit anderen Modellen der tschechischen Marke nicht vollständig verbergen kann.
Qualität und Platzangebot als Standard
Wenig überraschend ist der Innenraum der Superb-Limousine ebenso solide verarbeitet wie jener des von mir getesteten Superb Combi. Hochwertige Materialien und eine kaum zu kritisierende Ergonomie prägen das Cockpit. Dafür sorgen sowohl ein gelungenes Infotainmentsystem als auch die Beibehaltung physischer Bedienelemente.
Auch beim Raumangebot gilt das, was bereits für den Kombi zutraf. Sowohl vorn als auch hinten reisen die Passagiere komfortabel und mit angenehm viel Bewegungsfreiheit. Damit wird schnell klar, weshalb dieses Modell auf den Parkplätzen von Ministerien so häufig anzutreffen ist. Der Kofferraum setzt mit 625 Litern wiederum den Maßstab in diesem Segment.
Gleicher Motor, geringere Leistung
Wie der Kombi nutzt auch die Skoda Superb Limousine einen 2.0 TDI in Verbindung mit dem Siebengang-DSG. Anders als im Combi leistet der bekannte Diesel hier allerdings 150 PS statt 190 PS.
Nach mehreren Tagen und mehr als 1.000 km am Steuer des mit diesem Motor ausgestatteten Superb dachte ich jedoch kein einziges Mal: „Diese zusätzlichen 40 PS brauche ich wirklich“.
Bitte nicht falsch verstehen: Leistung ist wie Geld – man kann nie genug davon haben. Dennoch enttäuscht diese 150-PS-Version keineswegs.
Der Motor arbeitet willig und gibt seine Leistung gleichmäßig ab. Im DSG findet er einen guten Partner. Dass es – abgesehen vom „S“-Modus des Getriebes – keine Fahrmodi gibt, ist sogar positiv: Die angenehm nutzbare Standard-Abstimmung bietet einen gelungenen Kompromiss aus Fahrleistungen und Verbrauch.
Gerade bei Letzterem kann dieser 2.0 TDI besonders überzeugen. Als geborener Langstreckenmotor harmoniert er offenbar perfekt mit dem Charakter des Superb und den Aufgaben, die er üblicherweise übernimmt.
Dank der gut abgestuften Getriebeübersetzung muss man nicht ständig herunterschalten, um die 150 PS optimal zu nutzen. So sind auf der Landstraße und Autobahn problemlos 5–5,5 l/100 km möglich, in der Stadt liegen die Werte bei 6–6,5 l/100 km. Wenn ich sein Sparpotenzial ausreizte und den Tempomaten nutzte, erreichte ich sogar Durchschnittswerte von 4,8 l/100 km – wirklich nicht schlecht …
Auch fahrdynamisch verdient der Skoda Superb als Hatchback dieselben positiven Worte wie der Kombi. Er fährt stabil und komfortabel, lässt sich in Kurven nicht aus der Ruhe bringen, begeistert dort aber auch nicht – was ohnehin nicht sein Anspruch ist. Viel lieber absolviert er lange Autobahnetappen und verleitet dazu, noch ein paar weitere Kilometer zurückzulegen.
Ist er das richtige Auto für mich?
Natürlich gibt es in diesem Segment Modelle mit mehr Sex-Appeal, etwa den Peugeot 508, oder mit einem anderen Prestige, beispielsweise den BMW 420d. Doch keines von ihnen bietet so viel Platz wie der Skoda Superb.
Der von Natur aus unaufdringliche und sachliche Skoda Superb ist ein geborener Langstreckenwagen. Er eignet sich ideal für alle, die täglich bei vergleichsweise hohem Tempo viele Kilometer komfortabel und sicher zurücklegen müssen, ohne dass die Kraftstoffkosten aus dem Ruder laufen sollen.
Nach einigen Tagen im Skoda Superb war es letztlich nicht schwer zu verstehen, weshalb er als „Limousine des Herrn Ministers“ gilt. Unverständlich bleibt mir eher, warum sich manche „Herren Unternehmer“ nicht öfter von seinen Qualitäten und seinem Charme überzeugen lassen. Denn zu diesem Preis gibt es im Segment kaum etwas Besseres.
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