„Er wurde nach dem Vorbild unserer mutigsten und wagemutigsten Kunden geschaffen“, erklärte der Rolls-Royce-Chef zum jüngsten Werk der Marke. „Das Ergebnis ist der Black Badge Spectre: das verstärkte Alter Ego unserer Marke.“
Diese Verstärkung ist durchaus wörtlich zu nehmen: Der neue Black Badge Spectre ist das leistungsstärkste Rolls-Royce-Automobil, das je gebaut wurde. Entwickelt und massgeschneidert wurde er für die besonders dynamisch auftretende Kundschaft der Marke.
Offenbar gewährten Besitzer den Ingenieuren von Rolls-Royce Zugriff auf anonymisierte Fahrdaten. Damit konnten die Antriebsspezialisten „ihr Fahrverhalten über Hunderttausende gemeinsam zurückgelegte Meilen quantitativ analysieren“.
Rolls-Royce Black Badge Spectre mit neuer Leistung
Auf Grundlage dieser Daten erhielt der elektrische Spectre 650 bhp (478 kW) und zeitweise gewaltige 793 lb ft (1.075 Nm) Drehmoment. Die volle Leistung wird durch Aktivieren des „Infinity“-Modus freigegeben. Das Drehmoment steht über den herrlich überzeichnet benannten „Spirited Mode“ bereit: Bremse und Fahrpedal gleichzeitig betätigen, auf ein Signal warten und dann … besser gut festhalten.
Nach Angaben von Rolls-Royce absolviert der neue Spectre den Sprint von 0 auf 60 mph (96,6 km/h) in nur 4,1 s. In einem Rolls-Royce! Wahnsinn. Gegenüber dem keineswegs gewöhnlichen Spectre steigen die Werte damit von 576 bhp/664 lb ft. Vermutlich bleibt der Akku bei dessen Kapazität von 102 kWh, die eine Reichweite von bis zu 329 Meilen (529 km) pro Ladung ermöglicht. Beim Black Badge dürfte die Motorsteuerung allerdings ein paar zusätzliche Nullen und Einsen im Code erhalten haben, um mehr „Temperament“ zu erzeugen.
Damit der Spectre dieses Temperament souveräner verarbeitet, erhöhten die Ingenieure die Lenkkräfte, passten die Wankstabilisierung an und überarbeiteten die Dämpfer. Das soll die Karosserie besser kontrollieren und „das Einsacken beim Beschleunigen oder Verzögern“ vermindern.
Exterieur und Interieur des Black Badge Spectre
Der bemerkenswerte Lackton „Vapour Violet“ orientiert sich am „Neon-Ambiente der Clubkultur der 1980er- und 1990er-Jahre“. Diese Anspielung trifft offenbar den Geschmack der Black-Badge-Käufer, denen bereits vor längerer Zeit eine geheime Vorschau auf den Spectre angeboten worden war.
Für einen Kontrast ist die Motorhaube in „Iced Black“ lackiert. Hinzu kommen geschmiedete 23-Zoll-Aluminiumräder mit fünf Speichen, hochglanzpolierte Zierelemente, ein beleuchteter Kühlergrill sowie die Option, eine „waft“-Zierlinie für die untere Hälfte der Spectre-Karosserie in Auftrag zu geben. Bei 650 bhp bleibt von „waft“ zwar nicht viel übrig, doch selbst Black-Badge-Besitzer brauchen gelegentlich eine Pause.
Auch der Innenraum fällt besonders opulent aus. Während man Richtung Infinity und darüber hinaus beschleunigt, leuchten 5.500 faseroptische „Sterne“ im schwarzen Dachhimmel. Dazu kommt eine aussergewöhnliche Oberfläche aus Carbon, Metall und Holz mit einem von Hand eingelegten Faden im Rautenmuster.
„Black Badge Spectre ist eines der deutlichsten Bekenntnisse zu Kraft und Zielstrebigkeit, die wir je abgegeben haben“, sagte Geschäftsführer Chris Brownridge. „Unsere Ingenieure kombinierten Datenwissenschaft, qualitatives Feedback und ihr eigenes tiefes Verständnis für das Alter Ego der Marke, um einen intensiven und kompromisslosen Charakter sowie den leistungsstärksten Rolls-Royce der Geschichte zu schaffen.“
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