Die AMG-Sparte von Mercedes-Benz ersetzte 2022 einen Motor, den viele zu den besten V8 der Branche zählten, durch einen Vierzylinder in Verbindung mit einem Plug-in-Hybridsystem.
Der Mercedes-AMG C 63 S E-Performance wurde zum „Aushängeschild“ dieser Entscheidung und der damit verbundenen Kontroverse; später folgte der SUV GLC. Obwohl diese Antriebslösung deutlich mehr Leistung bot, überzeugte sie weder am Markt noch bei Kritikern – weder in den Medien noch bei Fans und, noch wichtiger, bei den Kunden.
AMG nahm die Ergebnisse zur Kenntnis, hörte auf die Kritik und überdachte eine seiner umstrittensten Entscheidungen der vergangenen Jahre. Die praktische Konsequenz: Der kommende Mercedes-AMG CLE 63 verzichtet auf den Hybridantrieb, stattdessen kehrt der legendäre V8 zurück. Die jüngsten gesichteten Erprobungsprototypen liefern dafür eine Bestätigung.
Der V8 im Mercedes-AMG CLE 63 bleibt lebendig und fit
Es ist nicht das erste Mal, dass Prototypen des kommenden Mercedes-AMG CLE 63 gesichtet wurden. Dieses Mal gibt es jedoch ein entscheidendes Detail: Bei einem der Fahrzeuge stand die Motorhaube offen und gab genau das frei, worauf viele gewartet hatten – den 4,0-Liter-V8-Biturbo von AMG.
Dabei handelt es sich um den neuen M177 EVO, der im überarbeiteten S-Klasse debütierte und inzwischen auch die kürzlich vorgestellten GLE 63 S und GLS 63 S antreibt. Gegenüber seinem Vorgänger, dem M177, unterscheidet er sich vor allem in zwei Punkten: Er erfüllt die Euro-7-Norm, die Ende November in Kraft tritt, und besitzt eine Flatplane-Kurbelwelle.
Diese Bauart findet sich üblicherweise eher in Supersportwagen – etwa bei den V8-Modellen von Ferrari – sowie in Rennfahrzeugen als in Luxusautos oder SUVs. Künftig kommt sie nun auch im CLE 63 zum Einsatz.
Trotz der umfassenden Überarbeitung erreicht der M177 EVO im GLE und GLS exakt dieselben Werte wie sein Vorgänger: 612 PS und 850 Nm Drehmoment. Ob der CLE 63 ebenfalls diese Daten erhält, bleibt abzuwarten. Das wären weniger als die 680 PS des Plug-in-Hybridantriebs im C 63, allerdings dürfte der CLE 63 auch leichter ausfallen, weil er keine schwere Batterie „mittragen“ muss.
Zum V8 dürfte ein AMG SPEEDSHIFT TCT 9G-Automatikgetriebe kommen, ergänzt durch ein 48-Volt-Mild-Hybrid-System mit einem Motor-Generator (ISG 2.0). Dieser kann in bestimmten Situationen zusätzlich 23 PS und 205 Nm bereitstellen.
Überarbeitetes Erscheinungsbild
Der Antrieb dürfte zwar die Hauptrolle spielen, doch auch optisch steht eine Anpassung an. Mercedes-AMG wird die Einführung des 63 nutzen, um das Modell äußerlich zu überarbeiten, wenngleich die erwarteten Änderungen nicht besonders umfangreich ausfallen.
Die Tarnung des Erprobungsfahrzeugs verdeckt denn auch genau jene Bereiche, die sich ändern werden: die Front- und Heckpartie. Der neue CLE soll vorn wie hinten neue Stoßfänger erhalten, außerdem einen überarbeiteten Kühlergrill und neue Leuchteinheiten. Letztere integrieren kleine dreidimensionale Sterne – eine Lösung, die Mercedes-Benz schrittweise in seiner Modellpalette einführt.
Am Heck fallen die vierkantigen Endrohre auf, die bereits mit den 63-Versionen von Mercedes-AMG verbunden werden, sowie der im Vergleich zum CLE 53 aggressiver gestaltete Stoßfänger.
Die Anpassungen mögen zurückhaltend wirken, unterstreichen jedoch die Positionierung als stärkste und exklusivste Variante der Baureihe – zumindest bis der künftige CLE Mythos erscheint.
Wann kommt der Mercedes-AMG CLE 63?
Mercedes-Benz hat weiterhin kein Datum für die Premiere des Mercedes-AMG CLE 63 genannt. Dennoch deutet alles auf eine Vorstellung bis zum Jahresende hin, während die Markteinführung für 2027 erwartet wird.
Vermutlich präsentiert die Marke zugleich die Überarbeitung der übrigen CLE-Modellreihe, zu der diese leistungsstärkste Ausführung selbstverständlich gehören wird.
Der künftige Mercedes-AMG CLE Mythos, geistiger Nachfolger des ikonischen CLK Black Series, dürfte zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Er wird mit limitierter Produktion die Spitze der Modellreihe bilden.
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