Noch vor einigen Jahren schien die Zukunft von MINI bereits festzustehen. Die britische Marke plante, zu Beginn des kommenden Jahrzehnts vollständig elektrisch zu werden; das letzte neu entwickelte Modell mit Verbrennungsmotor sollte sogar noch früher erscheinen.
Inzwischen wurden diese Vorhaben angepasst. MINI hat das Ziel aufgegeben, sich 2030 komplett von Benzinmotoren zu verabschieden, und verfolgt nun einen deutlich flexibleren Kurs.
Das heisst jedoch keineswegs, dass die Elektrifizierung an Bedeutung verloren hat – im Gegenteil. Im Jahr 2025 lieferte MINI weltweit 105 535 reine Elektroautos aus, ein Plus von 87,9% gegenüber dem Vorjahr. Damit kam bereits mehr als jeder dritte verkaufte MINI ohne Verbrennungsmotor aus.
Die Marke geht lediglich nicht mehr davon aus, dass sich sämtliche Märkte und Kundengruppen im gleichen Tempo umstellen werden.
Elektroautos ja, aber nicht ausschliesslich
Die aktuelle Modellpalette verdeutlicht diesen Strategiewechsel. Den Cooper gibt es sowohl mit Elektroantrieb als auch mit Benzinmotor, und beim Countryman verfolgt MINI denselben Ansatz. Der Aceman bleibt dagegen ausschliesslich elektrisch.
Das Prinzip dahinter ist vergleichsweise klar: In Märkten mit hoher Nachfrage nach Elektroautos will MINI deren Anteil weiter steigern. Wo Verbrennungsmotoren weiterhin sinnvoll sind, sieht die Marke keinen Anlass, ihnen vorschnell „die Tür zu schliessen“.
Damit unterscheidet sich die neue Ausrichtung deutlich von dem 2021 vorgestellten Plan. Damals wollte MINI zu den ersten Marken der BMW Group gehören, die vollständig auf Verbrennungsmotoren verzichten. Von diesem Zeitdruck ist inzwischen nichts mehr übrig.
Selbst die JCW-Modelle verändern sich
Kaum ein Name steht stärker für diese neue Realität als John Cooper Works. Über Jahrzehnte hinweg waren diese drei Buchstaben gleichbedeutend mit Benzinmotoren, lauteren Auspuffanlagen und den MINI-Modellen, die jeder Autofan gern in seiner Garage gehabt hätte.
Noch immer stehen sie für Performance, doch über die Antriebsart unter der Motorhaube sagen sie heute nichts mehr aus. Bei den Elektroautos gilt das entsprechend für das Fehlen eines solchen Motors.
Der Cooper JCW Electric und der Aceman JCW E stehen neben dem benzinfahrenden Cooper JCW und Countryman JCW. Diese „Familie“ macht deutlich, dass Elektroantrieb und Verbrennung für MINI nicht mehr zwangsläufig gegensätzliche Lager darstellen.
Was als Nächstes bei MINI folgt
Nachdem MINI seine Modellpalette innerhalb kurzer Zeit fast vollständig erneuert hat, dürften Cooper, Countryman und Aceman zunächst keine Nachfolger erhalten. Das bedeutet allerdings nicht, dass keine Neuerungen bevorstehen.
Holger Hampf, seit 2024 für das Design von MINI verantwortlich, hat bereits bestätigt, dass die Marke die Entwicklung mehrerer Facelifts abschliesst. Diese Modelle werden seinen Einfluss erstmals deutlich erkennen lassen und voraussichtlich eine neue Phase der MINI-Designsprache einläuten.
Vor 2029 wird MINI voraussichtlich kein vollständig neues Modell auf den Markt bringen und sich stattdessen auf die Überarbeitung des aktuellen Cooper, Countryman und Aceman konzentrieren.
Gleichzeitig wird bereits über die nächste Modellgeneration nachgedacht. Besonders spannend ist dabei die Möglichkeit eines noch kleineren MINI mit einer Länge von rund 3,6 Metern. Eine Produktionsfreigabe hat dieses Projekt zwar noch nicht erhalten, doch laut dem Designchef der Marke wird es fortlaufend diskutiert.
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