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Opel Astra: umfassend überarbeitet mit neuen Motoren

Grüner Opel Astra 2025 Limousine im modernen Showroom mit großen Fenstern und Bergblick.

Nein, das ist kein Aprilscherz – schon allein deshalb nicht, weil wir September haben. Und es handelt sich auch nicht um einen Streich: Der Opel Astra wurde tatsächlich überarbeitet, auch wenn das auf den ersten Blick kaum auffällt. Die Änderungen sind zahlreich und durchaus wesentlich.

Allerdings nicht an der Karosserie. Um die Unterschiede zum weiterhin angebotenen Modell zu entdecken, braucht man beinahe eine Lupe – oder zumindest einen besonders aufmerksamen Blick.

Opel macht daraus gewissermaßen ein „Wo ist Walter?“-Spiel: Äußerlich beschränken sich die Neuerungen auf eine neue Metallleiste im Kühlergrill, die in die Scheinwerfer übergeht. Diese können nun zudem mit 13-Watt-LED-Technik ausgestattet werden. Hinzu kommen kleine Anpassungen am hinteren Stoßfänger – das war es dann auch schon.

Die wirklich wichtigen Neuerungen bleiben damit verborgen. Sie verbessern die Aerodynamik des Astra: Der Sports Tourer erreicht nun einen Luftwiderstandsbeiwert (Cₓ) von 0,26. Damit zählen der Kombi und der Hatchback laut Opel zu den Modellen mit dem geringsten Luftwiderstand in ihrem Segment.

Neuheiten im Innenraum? Darauf kommen wir noch …

Im Innenraum verfolgt der überarbeitete Astra denselben Ansatz. Das weitgehend unveränderte Ambiente ist weiterhin solide verarbeitet, die Materialien wirken insgesamt angenehm, und die Sitzposition bleibt korrekt und komfortabel. Dazu kommen ausreichend Platz auf der Rückbank und ein angemessener Kofferraum. Neuigkeiten gibt es jedoch bei der Ausstattung – genau, wirklich Neuigkeiten.

Um mit der Zeit zu gehen, erhält die neue Astra-Baureihe zunächst neue Front- und Rückfahrkameras. Die vordere Kamera arbeitet dank eines neuen Prozessors leistungsfähiger und kann nun Fußgänger erkennen – ein Vorteil für das autonome Notbremssystem. Die Rückfahrkamera liefert in Verbindung mit dem Infotainmentsystem Multimedia Navi Pro eine schärfere Darstellung.

Bei den Infotainmentsystemen stehen drei neue Varianten zur Auswahl: Multimedia Radio, Multimedia Navi und Multimedia Navi Pro. Sämtliche Systeme unterstützen Apple CarPlay und Android Auto. Die Navi-Pro-Ausführung verfügt außerdem über einen 8-Zoll-Touchscreen. Er ist zwar nicht der größte im Segment, arbeitet aber funktional und intuitiv.

Dank neuer Layouts lassen sich die Systeme auch per Sprachsteuerung bedienen. Vor dem Fahrer kann das Kombiinstrument nun zudem zumindest teilweise digital ausgeführt sein.

Ebenfalls verfügbar ist künftig das bekannte eCall-Notrufsystem. In den umfangreicher ausgestatteten Versionen kommen eine induktive Ladeschale für Smartphones sowie ein neues BOSE-Hi-Fi-System mit sieben Lautsprechern hinzu.

„Und dafür wurde er überarbeitet? …“

Keineswegs! Weiterlesen lohnt sich, denn die echten und entscheidenden Neuheiten finden sich unter der Motorhaube – bei den Motoren und Getrieben.

Die Überarbeitung verfolgt das erklärte Ziel, nicht nur den Astra, sondern vor allem Opel selbst auf die ab Januar 2020 erwarteten Emissionsgrenzwerte auszurichten. Im Wesentlichen schreiben diese einen Flottendurchschnitt von 95 g/km CO₂ für Automobilhersteller vor. Die jetzt vorgestellte Modellpflege führte deshalb zu einem radikalen Schritt: Sämtliche bislang für den Astra verfügbaren Motorisierungen entfallen und werden durch ein neues, effizienteres und saubereres Motorenprogramm ersetzt.

Die neuen Triebwerke stammen nicht von PSA, sondern von Opel, da ihre Entwicklung bereits vor der Übernahme von Opel durch den französischen Konzern begonnen hatte. Sowohl die Benziner als auch die Diesel sind aufgeladene Dreizylinder mit geringem Hubraum. Für den portugiesischen Markt umfasst das Benzinangebot einen 1.2 und einen 1.4 mit jeweils 130 und 145 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 225 und 236 Nm.

Bei den Dieseln gibt es einen 1.5 l mit 122 PS und 300 Nm Drehmoment; mit Automatikgetriebe sind es 285 Nm.

Auch bei den Getrieben gibt es Neuerungen: Alle Motorisierungen können sowohl mit Schalt- als auch mit Automatikgetrieben kombiniert werden. Ab Werk ist allerdings nur der 1.4 Turbo mit einem CVT-Getriebe erhältlich, während der 1.5 Turbo D die größte Neuigkeit erhält: eine vollständig neue Neungang-Automatik.

Beim Verbrauch und bei den Emissionen nennt der 1.2 Turbo mit 130 PS und Sechsgang-Handschaltung nach dem neuen WLTP-Zyklus 5,6–5,2 l/100 km sowie 128–119 g/km CO₂. Der 1.4 Turbo mit 145 PS und CVT-Getriebe, das sieben Fahrstufen simulieren kann, soll 6,2–5,8 l/100 km verbrauchen und 142–133 g/km CO₂ ausstoßen.

Der 1.5 Turbo D mit 122 PS und Sechsgang-Handschaltung wird mit 4,8–4,5 l/100 km und 127–119 g/km CO₂ angegeben. Mit der Neungang-Automatik steigen diese Werte auf 5,6–5,2 l/100 km beziehungsweise 147–138 g/km CO₂.

Insgesamt kündigt der überarbeitete Astra laut Opel eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um 21 % an.

Fahrwerk und Bremsen ebenfalls überarbeitet

Die Neuerungen enden damit nicht: Auch das Fahrwerk wurde verbessert. Dazu zählen eine direktere Lenkung, neue Stoßdämpfer und eine Hinterachse mit Wattgestänge.

Erwähnenswert ist außerdem ein neues Bremssystem. Das EBoost genannte System soll nicht nur effizienter arbeiten – präzise gesagt dreimal so effizient –, sondern auch ein besseres Pedalgefühl vermitteln. Darüber hinaus trägt es zur Senkung der Emissionen bei: nach WLTP um 1 g/km CO₂.

Opel Astra im Fahrbetrieb: den Anforderungen gewachsen

Nachdem alle Neuerungen geprüft sind, folgt der Fahreindruck. Der neue Astra fährt im Wesentlichen so, wie er es bereits zuvor tat. Entgegen möglicher Kritik kann das nur als positive Nachricht gelten.

Kurz gesagt: Das Fahrverhalten ist noch etwas präziser, das Fahrzeug bleibt stets sehr gut kontrollierbar und vermittelt einen eher straffen, informativen als ausgesprochen komfortablen Eindruck. Den Astra würden wir zweifellos gern auf schlechteren Straßen ausprobieren. Auch die neue Lenkung passt sich gut an das Tempo an und harmoniert überzeugend mit kurvigen Strecken.

Von den tatsächlich neuen Motoren gefiel uns besonders der 1.5 Turbo D mit 122 PS. Er spricht früh an und wirkt kräftig, ist allerdings auch etwas geräuschvoll. Unterstützt wird er von der kompetenten Neungang-Automatik, die das Potenzial des kleinen Motors gut verwaltet.

Der 1.2 Turbo mit 130 PS erschien uns trotz seiner höheren Leistung eher für ein entspannteres Tempo geeignet. Besonders überzeugt seine sehr lineare Drehzahlentwicklung. Mit der einfachen, aber angenehmen Sechsgang-Handschaltung bleiben auch die Verbräuche unauffällig: Im Schnitt lagen sie knapp über 6 l/100 km. Das ist zwar mehr als die 4,6 l/100 km, die wir mit dem 1.5 Turbo D auf derselben Bergstrecke erzielten, aber keineswegs überzogen.

Ab 26.400 Euro

Mit drei Ausstattungslinien – Business Edition, GS Line und Ultimate – bringt der neue Opel Astra im Vergleich zu seinem Vorgänger auch bei den Preisen keine wesentlichen Veränderungen.

Für Portugal wird ein leichter Preisanstieg angekündigt. Der Einstiegspreis für den Fünftürer liegt bei 24.690 Euro. Dafür gibt es den 1.2 Turbo mit 130 PS, Sechsgang-Handschaltung und der Ausstattung Business Edition. Der 1.5 Turbo D mit 122 PS, Schaltgetriebe und Business Edition startet bei 28.190 Euro.

Bestellungen sind bereits ab der kommenden Woche möglich; die ersten Fahrzeuge sollen voraussichtlich im November ausgeliefert werden.

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