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Renault Gruppe fordert Regulierungsstopp für günstige Elektroautos in der EU

Weißer Renault Elektro Sportwagen in Showroom mit Ladestationen und großflächigen Fenstern im Hintergrund.

Die Renault Gruppe hat einen alternativen Vorschlag vorgelegt, um die Preise von Elektroautos in der Europäischen Union (EU) zu senken. Statt eine neue eigene Kategorie für kleine, erschwingliche Elektrofahrzeuge zu schaffen – wie von der Europäischen Kommission (EK) vorgeschlagen –, plädiert der französische Konzern für eine einfachere Lösung: die bestehenden Vorschriften für die kleinsten Modelle einzufrieren.

Im September hatte die EK angekündigt, eine neue Kategorie für eine Art europäisches elektrisches „Volksauto“ schaffen zu wollen, angelehnt an die japanischen Kei-Cars.

Diese Modelle könnten auf einen Teil der derzeit vorgeschriebenen Sicherheitsausstattung und Technik verzichten. Das würde die Produktion vereinfachen und die Kosten reduzieren. Das Ziel ist eindeutig: Elektroautos sollen für Millionen Europäer erschwinglich werden, ohne die Nachhaltigkeit zu gefährden. Weitere Einzelheiten sollen am 10. Dezember vorgestellt werden, wie EU-Kommissar Stéphane Séjourné angekündigt hat.

Renault Gruppe schlägt Regulierungsstopp vor

Die Renault Gruppe bevorzugt allerdings einen anderen Ansatz: Das Inkrafttreten neuer Vorschriften für Fahrzeuge der Stadtwagen- und Kleinwagensegmente soll vorübergehend ausgesetzt werden. Dadurch könnten Hersteller ihre bestehenden Modelle optimieren, die Produktionskosten verringern und folglich die Verkaufspreise senken.

„Ich fordere nicht die Abschaffung von Vorschriften. Ich fordere lediglich einen Zeitraum von 10 oder 15 Jahren ohne neue Vorschriften“, erklärte François Provost, Chief Executive Officer der Gruppe. „Derzeit plant Europa, bis 2030 107 neue Vorschriften für die Branche einzuführen“, ergänzte er.

Nach Ansicht des Managers zwingt die fortlaufende Einführung neuer Regeln die Marken dazu, die Fahrzeugentwicklung ständig anzupassen. Das erhöhe die Kosten und verzögere Projekte.

Eine regulatorische Pause würde es den Marken nach Provosts Einschätzung ermöglichen, vorhandene Modelle weiterzuentwickeln, die Herstellungskosten zu senken und letztlich niedrigere Preise an Kunden weiterzugeben. „Wir können Zeit damit verbringen, die Autos zu verbessern, die derzeit auf dem Markt sind, und die Kosten zu senken, (was bedeutet) einen niedrigeren Preis für den Kunden“, fügte er hinzu.

Das künftige europäische „Volksauto“ sollte nach Auffassung des Unternehmenschefs weniger als 4,1 m lang sein, über seinen gesamten Lebenszyklus einen CO₂-Fußabdruck von unter 15 Tonnen aufweisen und mit einem hohen Anteil lokaler Wertschöpfung produziert werden.

Fabrice Cambolive, Chief Executive Officer der Marke Renault, vertritt dieselbe Position: „Wichtig ist, uns dabei zu helfen, das Auto erschwinglicher zu machen. Dafür gibt es zwei Lösungen: Entweder schafft man eine neue Kategorie mit weniger Einschränkungen, weniger Ausstattung, weniger ADAS und so weiter, oder man stoppt die Regulierung“.

Ein schrumpfender Markt

Die in den vergangenen Jahren gestiegenen Autopreise, die größtenteils auf die Erfüllung der EU-Vorgaben zurückzuführen sind, bremsen die Nachfrage. Branchenangaben zufolge liegen die Verkäufe in Europa weiterhin rund zwei Millionen Einheiten unter dem Niveau vor der Pandemie. Diese Entwicklung bereitet Herstellern und Regierungen Sorgen.

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