Als fünfsitziger Kompaktvan ist der neue Citroën C4 Picasso ausgesprochen sauber konstruiert. Doch Tests von Vans gehen im Internet selten spektakulär viral – verzeihen Sie uns also, wenn wir für diese Geschichte nach einem anderen Aufhänger suchen.
Der C4 Picasso markiert nämlich den ersten Einsatz der komplett neuen Plattform von Peugeot-Citroën. Diese verborgene Basis aus Unterboden, Fahrwerk sowie mechanischer und elektrischer Architektur wird nach und nach das Fundament für sämtliche kommenden mittelgroßen und großen Modelle des französischen Konzerns bilden. Dazu zählen Schrägheckmodelle, Coupés, Kombis, Cabrios, Limousinen, Crossover und alles Weitere – von Peugeot, Citroën und DS. Durch das Gemeinschaftsprojekt mit GM werden auch einige Vauxhalls darauf aufbauen. Millionen von Autos und Geschäfte im Milliardenumfang sind also darauf angewiesen, dass diese Technik ihre Aufgabe erfüllt.
Citroën C4 Picasso: Leichtbau und solide Basis
Was lässt sich vom Picasso auf all diese Modelle übertragen? Zunächst einmal der effiziente Umgang mit Gewicht. Gegenüber dem Vorgänger ist dieser Picasso 140 kg leichter, obwohl seine Karosserie stabiler und sein Innenraum größer ausfallen. Neu entwickelte und aufgebaute Crashstrukturen sowie eine neue Vorderachse rücken die Vorderräder näher an die Frontstoßstange. Dadurch erhielt das Designteam mehr Freiheiten, und die frühere Cyrano-de-Bergerac-Optik mit langem Vorderüberhang gehört der Vergangenheit an.
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Auch insgesamt wirkt das Fahrzeug sehr verwindungssteif. Ein Sportwagen braucht eine feste Karosserie für präzises Handling; ein komfortables Auto benötigt sie dagegen für ruhiges Fahren. Der Picasso erfüllt diese Voraussetzung: Er schwebt mit erfreulicher Geschmeidigkeit über die meisten Unebenheiten und erzeugt nur wenig Reifenabrollgeräusch oder Poltern. Vibrationen in der Karosserie oder an der Lenksäule sind nur selten spürbar.
Die Motoren arbeiten ebenfalls leise. Gefahren wurde ein Diesel mit 115 PS, der für ein Auto dieser Größe gerade eben ausreichend motorisiert ist und deshalb kräftig gefordert werden musste. Selbst unter dieser Belastung bleibt er ordentlich gedämmt. Der 1,6-Liter-Turbobenziner mit 155 PS ist die attraktivere und zugleich kultiviertere Wahl, ohne sich beim Verbrauch blamieren zu müssen.
Tatsächlich zählt die Effizienz zu den Stärken. Dazu tragen nicht nur die Antriebe und das geringere Gewicht bei, sondern auch die sorgfältige Verringerung des Luftwiderstands unter dem Fahrzeug. Selbst die Aerodynamik durch die Karosserie wurde optimiert: Kühler wurden anders positioniert, und Kühlerjalousien schließen, sobald der Motor ausreichend kühl ist.
Komfortables Fahrwerk des Citroën C4 Picasso
Der Picasso ist bewusst weich, behaglich und komfortorientiert abgestimmt. Entsprechend wankt und nickt die Federung recht deutlich, wenn man ihn in Kurven fordert. Er reagiert also nicht besonders schnell, bleibt aber treu wie ein geliebtes Haustier. Zudem bietet er gutes Feedback. Wird die Plattform für ein lebhafteres Fahrverhalten neu abgestimmt, sollte sie deshalb durchaus dazu in der Lage sein.
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Allerdings gibt es noch andere Abstimmungsprobleme. Um die Mittellage ist die Lenkung zu leichtgängig, weshalb das Halten der Spur auf der Autobahn mehr Aufmerksamkeit erfordert, als nötig wäre. Auch sanftes Bremsen fällt schwer, da dem Pedal der anfängliche Biss fehlt. Hinzu kommt, dass Kupplungs- und Gaspedalweg einen schnellen Wechsel vom ersten in den zweiten Gang nicht gerade erleichtern. Dennoch sollten die Ingenieure, die weitere Fahrzeuge auf dieser Plattform entwickeln, all diese Punkte beheben können.
Der C4 Picasso und der neue Peugeot 308, das zweite Modell auf dieser Basis, erhalten ein Bediensystem, das für die Steuerung der Elektrik stark auf einen Touchscreen mit Wischgesten setzt. Dank schlüssiger Logik und klarer Grafiken funktioniert es gut genug, reagiert jedoch gelegentlich verzögert. Der Picasso besitzt zudem einen großen 12-Zoll-Bildschirm für die Instrumente.
Platz und Vielseitigkeit im Kompaktvan
Zurück zum C4 Picasso in seiner Rolle als Van: Er punktet vor allem mit Raumangebot und Komfort, was hervorragend zu seiner sanften und leisen Art auf der Straße passt.
Die für einen Van erforderliche Vielseitigkeit gewährleisten verstellbare Sitze, eine riesige Auswahl an Ablagefächern sowie Anschlüsse und Steckdosen für Unterhaltungssysteme. Die kuppelartige Windschutzscheibe und die tief heruntergezogenen Seitenscheiben bieten allen Insassen einen hervorragenden Ausblick. Als Passagier reist man in diesem Auto ausgezeichnet.
Äußerlich versucht das Design nicht, sich als Crossover oder sportliches Schrägheckmodell auszugeben. Es wirkt modern, ist sauber detailliert und passt vor allem stimmig zu seinem Charakter während der Fahrt. Der Wagen fühlt sich in seiner Rolle wohl. Mehrere Generationen des Picasso haben bewiesen, dass Citroën diese Formel bestens beherrscht: Um sich zehntausendfach zu verkaufen, muss er weder ein Held für Fahrer noch eine Internetsensation sein.
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