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Toyota Corolla Concept: Kann der Bestseller cool werden?

Silbernes futuristisches Elektroauto auf Messe mit mehreren Personen im Hintergrund, die es betrachten und fotografieren.

Der Toyota Corolla liefert die perfekte Antwort auf eine gute Kneipenquiz-Frage: Welches Auto ist das meistverkaufte der Welt?

Der VW Käfer blieb zwar länger im Programm, das Ford Model T verkaufte sich schneller, und der Tesla Model Y – ebenso wie der RAV4 – hat ihn inzwischen von der Spitze der Verkaufscharts verdrängt. Dennoch ist der Corolla ein Verkaufsphänomen: Mehr als 50 Millionen Exemplare wurden gebaut.

Dafür gibt es einen sehr guten Grund: Er ist langweilig. Ein Autoschinkenbrot – solide, leicht zu verdauen und vollkommen vergessenswert.

Fotografie: Toby Thyer/Hersteller

Toyota verkauft weltweit jährlich 10 Millionen Fahrzeuge, und der Corolla ist ein enormer Gewinnbringer. Dem Unternehmen ist jedoch klar, dass er nie ein Auto war, das man unbedingt „haben will“. Man kauft ihn, weil er praktisch, unaufdringlich und zuverlässig ist.

Toyota Corolla Concept: Kann ein Alltagsauto cool sein?

Doch was wäre, wenn ein Corolla kantig und stromlinienförmig gestaltet wäre – wie eine Mischung aus dem jüngsten Prius und einem Tarnkappenjet? Wenn er einen vollständig neu gedachten, minimalistischen Innenraum bekäme? Würde ein Corolla dadurch cool?

Genau diese Frage stellt das neue Toyota Corolla Concept. Es ist ein Wagnis und ein radikaler Spurwechsel, der andeutet, wohin Toyota seinen meistverkauften Familienwagen als Nächstes führen könnte. Denn er wird von allen Seiten bedrängt: durch Crossover, Elektroautos, günstige chinesische Neueinsteiger und Premiummarken, die sich in niedrigere Segmente vorwagen.

Die „Pixel“-LEDs erinnern an Hyundais Ioniq-Reihe. Das durchgehende Heckleuchtenband und das abgedunkelte Dach wecken Assoziationen mit dem Lucid Air. Im Innenraum dient ein spielzeugartiges, Corolla-förmiges Element als Gangwähler; die Bedienelemente sitzen auf Modulen nahe dem Lenkrad. Ein „Armaturenbrett“ im herkömmlichen Sinn gibt es somit nicht einmal. Innen ist er viel zu hochwertig, um ein Uber zu sein.

Antriebe für den Toyota Corolla der Zukunft

Bei einem kantigen Konzeptfahrzeug, das eine drastische und mutige Zukunft verspricht, ist Skepsis leicht angebracht. Offenbar soll dieses Modell jedoch ernst genommen werden. Toyota erklärt: „Unabhängig von der Antriebsquelle ist es Toyotas Vision, gut aussehende Autos zu bauen, die jeder besitzen und fahren möchte."

Welche Antriebsquellen sind damit gemeint? Wie kann der Corolla für alle etwas bieten, wenn es so viele neue Vorschriften, Emissionsziele und Unsicherheiten rund um Elektroautos gibt?

„Technologische Innovation ermöglicht dem Corolla Concept die Flexibilität, ein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV), ein Plug-in-Hybrid (PHEV), ein Hybrid (HEV) oder ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zu sein“, sagt Toyota. Für die Version mit Verbrennungsmotor deutet das Unternehmen sogar an, sie könne „vielleicht mit CO2-neutralen Kraftstoffen betrieben werden“.

Der Plan lautet also, dass der Corolla weiterhin ein Auto bleibt, das die ganze Welt in riesigen Stückzahlen kaufen kann.

Vielleicht verkauft Toyota aber einige Exemplare auch an Menschen, die sich tatsächlich für Autos interessieren – statt dass der Corolla das vierrädrige Gegenstück zu einer Spülmaschine bleibt.

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