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Mercedes S-Klasse: Umfangreiches Facelift vorgestellt

Schwarzer Mercedes-Benz S-Klasse Limousine frontal bei Sonnenuntergang auf dunklem Untergrund.

Keine Generation der Mercedes S-Klasse hat zur Modellpflege in der Mitte ihres Lebenszyklus je eine derart umfassende Überarbeitung erfahren wie diese. Dabei geht es nicht allein um die Front, an der die von dem scheidenden Designchef Gorden Wagener bevorzugte Vergrößerung der Kühlergrills und die stärkere LED-Inszenierung ihren Höhepunkt erreichen. Auch technisch wurde das Fahrzeug gründlich überarbeitet. Das ist bemerkenswert, denn die S-Klasse galt bereits zuvor als beste Limousine der Welt.

Mercedes S-Klasse: Neue Front und Lichttechnik

Der neue Kühlergrill geht optisch fließend in die Scheinwerfer über. Diese passen ihre Ausleuchtung selbst noch präziser an die jeweiligen Bedingungen an, während der Grill mit Mercedes-Sternen verziert ist. In den meisten Ländern ist außerdem ein beleuchtetes Markenemblem auf der Motorhaube erhältlich. In Großbritannien ist das nicht zulässig: Kreise in der Mitte der Fahrzeugfront sind dort verboten, weil sie mit einem Motorrad verwechselt werden könnten.

Neues Betriebssystem und verbesserte Assistenzsysteme

Das komplette elektrische Betriebssystem des Autos ist neu. Es basiert auf derselben Grundarchitektur, die mit dem elektrischen CLA eingeführt wurde. Für Mercedes ist das ein seltener Fall von Technik, die von unten nach oben wandert – normalerweise erhält die S-Klasse neue Technologien zuerst. Die Bedienoberfläche des CLA erwies sich als einfach zu nutzen und grafisch ansprechend.

Die vernetzten Funktionen des neuen Betriebssystems ermöglichen zudem weiterentwickelte Fahrerassistenzsysteme und in China sogar etwas, das dem autonomen Fahren nahekommt. In anderen Märkten verhindern dies allerdings die gesetzlichen Vorgaben.

Für Großbritannien dürfte dagegen die serienmäßige adaptive Luftfederung relevanter sein. Fährt man durch ein Schlagloch oder über eine starke Senke beziehungsweise Kuppe, übermittelt sie einen Hinweis an die Mercedes-Cloud. Die nächste neue S-Klasse auf derselben Strecke – oder man selbst bei der nächsten Fahrt dort entlang – erhält dann eine Dämpfereinstellung, die optimal auf die Unebenheit abgestimmt ist.

Bei der Fahrwerkstechnik gibt es noch eine weitere Neuerung: Die britische S-Klasse wird künftig serienmäßig mit Allradlenkung angeboten.

Motoren, Plug-in-Hybride und Ausstattung

Die Motoren wurden geringfügig auf mehr Durchzug und Laufruhe optimiert, doch das grundlegende Angebot dürfte beim Verkaufsstart etwa im März unverändert bleiben. In Großbritannien besteht es vollständig aus Reihensechszylindern: Als Diesel sind der S350 und der allradgetriebene S450d vorgesehen, bei den Benzinern der allradgetriebene S500 sowie die Plug-in-Hybride S450e und der allradgetriebene S580e. Die Plug-in-Hybride erreichen elektrisch ungefähr 97 km.

Für einen V8 muss man auf das AMG-Modell warten. Einen V12 gibt es beim Maybach – oder, falls man den Eindruck hat, dass jemand einen wirklich nicht leiden kann, in der gepanzerten Ausführung.

Der Innenraum erhält ein neues Armaturenbrett. Wenig überraschend wachsen die Bildschirme, wodurch die Luftauslässe in einen langen, schmalen Streifen gedrängt werden. Sie lassen sich deshalb nun elektrisch ausrichten. Das ist bei anderen Autos sehr störend, doch möglicherweise funktioniert das automatische Mercedes-System besser.

Auch bei der Klimatisierung gibt es eine Neuerung. Mercedes möchte nicht, dass man eine dicke Jacke trägt, da sie die Wirksamkeit der Sicherheitsgurte bei einem Unfall verringert. Stattdessen wird der Gurt selbst beheizt, damit Brust und Bauch warm bleiben, während Sitz- und Lenkradheizung Rücken, Gesäß und Hände versorgen.

Die Preise in Großbritannien werden zweifellos leicht steigen. Schon jetzt kostet keine S-Klasse dort weniger als 100.000 £, was teilweise daran liegt, dass ausschließlich die Version mit langem Radstand angeboten wird.

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