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BMW streicht Modelle: 8er, XM und i4 vor ungewisser Zukunft

Silberner BMW Sportwagen mit markantem Frontgrill und LED-Scheinwerfern auf glänzendem Messestand.

Jahrelang schien BMW entschlossen, nahezu jede denkbare Marktnische zu besetzen. Nun schlägt der deutsche Hersteller den entgegengesetzten Weg ein: Das Modellprogramm wird überprüft, und mehrere BMW-Modelle könnten in den kommenden Jahren wegfallen.

Bemerkenswert ist, dass diese Straffung ausgerechnet in einer Phase erfolgt, in der BMW bis 2027 mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle vorbereitet. Sie alle sollen Technologien aus der Neuen Klasse übernehmen – Teil einer der umfassendsten technischen Umstellungen in der Geschichte des Herstellers.

Wie Automotive News Europe berichtet, prüft der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Milan Nedeljkovic, Nischenmodelle, Derivate und sogar einzelne Antriebe. Dies geschieht im Rahmen eines umfassenderen Sparprogramms, das auch den freiwilligen Abgang von mehreren tausend Beschäftigten vorsieht.

BMW 8er läuft aus, XM unter Druck

Bei einigen Baureihen scheint die Entscheidung bereits nahezu gefallen zu sein. Der BMW 8er dürfte mit dem Ende der aktuellen Generation eingestellt werden, nachdem intern auch eine mögliche Wiederbelebung unter der Marke Alpina verworfen wurde.

Die Gründe liegen vor allem in der Technik. Die Plattform des heutigen 8ers ist etwa acht Jahre alt und lässt sich laut einem von der Publikation zitierten BMW-Sprecher nicht wirtschaftlich direkt an die neue Technologiewelt der Neuen Klasse anpassen.

Auch der BMW XM gerät zunehmend unter Druck. Der Plug-in-Hybrid-SUV wurde als eigenständiges Modell der M-Division entwickelt und nicht von einem anderen BMW abgeleitet. Er sollte als technologisches und leistungsorientiertes Aushängeschild der Marke dienen.

Doch die schwächeren Verkaufszahlen in China und der zunehmende Margendruck machen es immer schwieriger, ein Nischenmodell mit derart hohen Entwicklungs- und Produktionskosten zu rechtfertigen.

Selbst der BMW i4 könnte verschwinden

Noch überraschender ist die Lage beim BMW i4. Die seit 2021 in München gebaute Elektrolimousine hat zum Wachstum der Elektroauto-Verkäufe der Marke beigetragen, könnte aber letztlich dem Erfolg von BMWs eigener Strategie zum Opfer fallen.

Der Knackpunkt trägt den Namen BMW i3. Die neue Elektrolimousine auf Basis der Neue-Klasse-Technik positioniert sich sehr nahe am i4. Damit steht BMW vor der Frage, ob zwei elektrische Limousinen sinnvoll sind, die praktisch dieselbe Kundschaft ansprechen.

Eine offizielle Entscheidung über die Zukunft des i4 gibt es bislang nicht. Allein die Tatsache, dass sein Fortbestand diskutiert wird, verdeutlicht jedoch, wie weit diese Bereinigung reichen könnte.

Z4 bereits eingestellt, auch der X4 geht

Die Verschlankung des Angebots hat ohnehin schon begonnen. Die Produktion des Z4 endete in diesem Jahr, und ein direkter Nachfolger ist nicht vorgesehen. Auch der Verbrenner-X4 wird im US-Werk Spartanburg schrittweise aus der Fertigung genommen. Seine Rolle soll der ausschließlich elektrische iX4 übernehmen.

Auch der 2er Active Tourer lässt sich für den Hersteller offenbar immer schwerer begründen. Während BMW seine Ressourcen auf die profitableren SUVs bündelt, ist der kompakte Van im Modellprogramm zu einer zunehmend seltenen Fahrzeugart geworden.

Weniger Modelle für mehr Technologie

Hinter dieser Entwicklung steht eine Investition von mehr als 10 Milliarden Euro in die Neue Klasse sowie in eine neue Elektronikarchitektur mit zentralisierter Datenverarbeitung.

Die Einführung dieser Technik in so kurzer Zeit zwingt BMW dazu, zahlreiche Fahrzeuge gleichzeitig zu entwickeln, zu industrialisieren und zu vermarkten. Je komplexer das Modellangebot ausfällt, desto kostspieliger wird diese Aufgabe.

Das bedeutet nicht, dass BMW seine Strategie mit vielen Varianten und Motorisierungen aufgeben wird, wie es der Volkswagen Konzern plant. Für ein Modell wird es jedoch immer schwieriger, allein aus Tradition oder wegen seiner Präsenz in einer bestimmten Nische im Programm zu bleiben.

Absatz, Rentabilität und technologische Relevanz werden stärker gewichtet. Sie könnten sogar darüber entscheiden, dass bestimmte BMW in einem Markt weiterhin angeboten werden, während sie in einem anderen verschwinden. Das Portfolio könnte also kürzer werden, aber nicht unbedingt übersichtlicher.

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