Der Mercedes EQV ist Geschichte. Doch sofern Sie nicht ein exklusives Flughafen-Taxiunternehmen in einer Gegend betreiben, in der Diesel besonders unerwünscht ist, dürfte diese Nachricht kaum für Aufsehen sorgen.
Sein Nachfolger, der Mercedes VLE, könnte dagegen eher Ihr Interesse wecken. Mercedes bezeichnet ihn selbst als „große Limousine“, die zugleich Familien-Van, „flexibles Fahrzeug für freizeitaktive Kunden“ und Executive-Shuttle sein möchte.
Mercedes VLE: Elektro-Van auf neuer VAN.EA-Plattform
Was genau ist er also? Der VLE ist das erste Modell auf der neuen VAN.EA-Architektur von Mercedes, die künftig als Basis für mehrere unterschiedliche elektrische Nutzfahrzeuge dienen soll. Dieses Modell bietet bis zu acht Sitzplätze – und eine Front, die selbst eine äußerst nachsichtige Mutter wohl kaum lieben würde.
Zum Marktstart kommt der VLE mit normalem Radstand, eine Langversion folgt später. Als VLE 300 verfügt er über einen einzelnen Elektromotor an der Vorderachse mit 272 PS. Die Energie liefert ein gewaltiger 115-kWh-NMC-Akku, der eine Reichweite von mehr als 700 km ermöglichen soll. Kurz darauf startet der VLE 400 4MATIC: Ein zweiter, hinten platzierter Motor sorgt dort für Allradantrieb und mehr als 400 PS. Donnerwetter.
Zu einem späteren Zeitpunkt sind außerdem Einstiegsvarianten mit kleineren 80-kWh-LFP-Batterien vorgesehen.
Dank seines 800-Volt-Systems kann der VLE 300 mit bis zu 300 kW schnellladen. Finden Sie eine entsprechend leistungsfähige Ladesäule, lassen sich in nur 15 Minuten 356 km Reichweite nachladen. Zum effizienten Gesamtpaket trägt auch der besonders günstige Luftwiderstandsbeiwert von lediglich 0,25 bei. Hinzu kommt eine Luftfederung, die das Fahrzeugniveau um 40 mm verändern kann. Mercedes hat beim VLE tatsächlich aus dem Vollen geschöpft: Optional ist auch eine Hinterachslenkung erhältlich, welche den Wendekreis auf nur 10,9 m reduziert.
Design, Türen und Sitzkonzepte im Mercedes VLE
Neben dem Kühlergrill prägen sternförmige Tagfahrlichter die Front. Das Heck erinnert wiederum recht deutlich an den Hyundai Staria. Praktisch ist die sauber geteilte Heckklappe, während an den Flanken zwei elektrische Schiebetüren mit echten versenkbaren Fenstern sitzen.
Hinter diesen Schiebetüren stehen mehrere Sitzanordnungen zur Wahl. Tatsächlich gibt es drei verschiedene Einzelsitztypen: den manuell bedienbaren Comfort Seat, den elektrisch verstellbaren Premium Comfort Seat und den Grand Comfort Seat. Letzterer bringt kabelloses Laden fürs Smartphone, Lordosenstütze, Wadenauflage, Massagefunktion sowie ein zusätzliches Kissen mit. Sehr angenehm.
Die manuell verstellbaren Sitze sollen vier integrierte Rollen besitzen, damit sie leichter verschoben oder vollständig herausgenommen werden können. Elektrisch einstellbare Sitze lassen sich über die üblichen Sitzbedienelemente an den Seitenverkleidungen, das Infotainmentsystem oder die Mercedes-Benz-App verschieben. Ja, inzwischen gibt es wirklich für alles eine App. Wer es unkompliziert mag, kann im Fond natürlich auch zwei Sitzbänke wählen und damit möglichst viele Personen transportieren.
Bildschirme, Ausstattung und Fahrerassistenz
Fondpassagiere dürfen sich außerdem über einen riesigen 31,3-Zoll-Panoramabildschirm freuen, der vom Dachhimmel herunterklappt. Darauf lassen sich Filme und Spiele nutzen oder Sehr Wichtige Geschäftstermine per Video wahrnehmen. Sogar eine Acht-Megapixel-Kamera ist an Bord, damit andere Teilnehmer sehen können, wie geschäftsmäßig Sie im Fond Ihres edlen Mercedes-Vans wirken. Auch das Panorama-Glasdach kann sich sehen lassen.
Vorne warten noch mehr Displays – genau genommen drei. Das MBUX Superscreen-System kombiniert für den Fahrer ein 10,25-Zoll-Instrumentendisplay mit einem 14-Zoll-Infotainmentbildschirm. Optional gibt es zusätzlich ein passendes 14-Zoll-Display für den Beifahrer, damit unterwegs noch mehr Filme geschaut werden können.
Ein Head-up-Display mit Augmented-Reality-Navigation steht ebenfalls auf der Optionsliste, während Mercedes für das integrierte Navigationssystem nun Google Maps verwendet. Je nach Bedarf können Käufer zudem zwischen drei unterschiedlichen Mittelkonsole wählen. Mit drei aufgestellten Sitzreihen fasst der Kofferraum bis zu 795 Liter.
Wie bei allen Mercedes-Modellen gibt es selbstverständlich eine verwirrend große Auswahl an Ausstattungslinien und Optionspaketen. Die Räder reichen von 19 bis 22 Zoll. Besonders gut gefallen uns die Monoblock-Felgen am beigefarbenen Fahrzeug weiter oben.
Erhältlich sind außerdem teilautonomes Lenken für Autobahnfahrten sowie ein Spurwechselassistent. Der Fahrer muss dafür lediglich den Blinker betätigen, bevor das Fahrzeug die Kontrolle übernimmt und den Spurwechsel ausführt.
Ist der VLE also ein echter Wendepunkt für luxuriöse Vans, oder würden Sie weiterhin einen Lexus LM bevorzugen? Bitte schreiben Sie Ihre Antworten unten in die Kommentare.
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