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BYD Tang: Irgendetwas muss hier nicht stimmen – wir suchen noch

Roter BYD TAN Elektro-SUV steht in hellem, modernem Showroom mit großen Panoramafenstern and Stadtblick.

An diesem BYD Tang muss doch irgendwo ein Haken sein – nur haben wir ihn bislang nicht gefunden.


Wer als skeptischer Autofahrer genug von SUVs, Elektroautos und chinesischen Modellen gehört hat, wird seine Meinung vermutlich nicht ausgerechnet mit dem BYD Tang ändern wollen.

Nach einer Fahrt mit ihm könnte man jedoch geneigt sein, all diese Vorbehalte beiseitezuschieben. Wahrscheinlicher ist, dass jede Gelegenheit genutzt wird, um weitere Kilometer im Tang zurückzulegen. Unabhängig von Marke und Herkunft weckt das Spitzen-SUV von BYD bereits beim ersten Kennenlernen Interesse.

Seine Zugehörigkeit zur Modellfamilie ist auf den ersten Blick erkennbar, doch beim Tang fallen sämtliche Dimensionen größer aus: 4,97 m Länge, 1,95 m Breite, 1,75 m Höhe und 2,82 m Radstand. Selbst die 21-Zoll-Räder sind großzügig dimensioniert und auf eine bessere Aerodynamik ausgelegt.

Oberklasse-Ambiente

Der Innenraum bestätigt den überzeugenden äußeren Eindruck. Dunkle Farbtöne in Verbindung mit braunen Ledersitzen schaffen eine hochwertige und komfortable Atmosphäre. Zudem bietet der Tang Platz für sieben Personen.

Wie bei solchen Fahrzeugen üblich, eignet sich die dritte Sitzreihe vor allem für kürzere Strecken, kleinere Erwachsene oder Kinder. Dennoch fällt das Platzangebot dort überdurchschnittlich aus.

Der Nachteil zeigt sich beim Kofferraum. Sind alle Sitze belegt, bleiben lediglich 235 Liter Stauraum übrig – ausreichend für einige Taschen, Rucksäcke und kaum mehr. Nach dem Umklappen der dritten Reihe wächst das Volumen deutlich, allerdings schränkt der erhöhte Ladeboden die Flexibilität etwas ein.

Auf den fünf vorderen Plätzen herrscht dagegen großzügige Bewegungsfreiheit. Der Fahrer sitzt bequem und profitiert von elektrischen Einstellmöglichkeiten, Sitzheizung, Belüftung und sogar einer Massagefunktion. Bei Materialauswahl und Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen.

In der zweiten Reihe lassen sich die Lehnenneigungen verstellen. Außerdem gibt es einen eigenen Bildschirm zur Bedienung der Klimaanlage, einschließlich Belüftung und Temperatur. Den besten Blick auf das riesige Panoramadach haben die Passagiere ebenfalls von hier.

Technologie im Mittelpunkt

Das technische Highlight ist der zentrale 15,6-Zoll-Touchscreen, der sich sowohl hochkant als auch quer nutzen lässt – praktisch eigentlich nur, um ihn Freunden vorzuführen. Im Alltag wurde er ausschließlich im Querformat verwendet, da dieses die Sicht nach vorn weniger beeinträchtigt.

Das digitale Kombiinstrument misst 12,3 Zoll, doch die meisten Funktionen sind im Zentraldisplay gebündelt. BYD bemüht sich erkennbar darum, sein System an europäische Vorlieben anzupassen, auch wenn noch nicht alles vollständig ausgereift ist.

Apple CarPlay und Android Auto lassen sich beispielsweise unkompliziert einrichten, beim Radiohören wird es hingegen schwieriger. Die Zahl der Einstellungen und Personalisierungsoptionen ist enorm: Sie reicht vom Klang der Blinker bis zu der Art, wie der BYD Tang seine Insassen begrüßt oder verabschiedet.

Noch vor dem Losfahren bleiben einige Zahlen im Gedächtnis: Der BYD Tang wiegt 2630 kg, was teilweise an seiner großen Blade Battery (LFP) mit 108,8 kWh liegt. Der Hersteller gibt bis zu 530 km Reichweite im kombinierten Zyklus an; im Stadtverkehr sollen sogar 680 km möglich sein.

Beeindruckende Werte

Im Test wurde ein Verbrauch von 21,5 kWh/100 km ermittelt – weniger als die offiziell genannten 24 kWh/100 km im kombinierten WLTP-Zyklus. Damit liegt die reale Reichweite nahe bei 500 km.

An einer AC-Ladestation mit 11 kW dauert eine vollständige Ladung 14 Stunden. An einem Schnelllader mit bis zu 170 kW lässt sich der Akku dagegen in etwa 30 Minuten von 30 % auf 80 % laden.

Welches Gewicht?

Bei knapp 2,7 Tonnen würde man nicht erwarten, dass der Tang auf kurvigen Strecken besonders überzeugt. Doch die 380 kW (517 cv) Leistung aus zwei Motoren – einer pro Achse – sowie die gut abgestimmte Federung mit „intelligenter“ Dämpfung bewirken Erstaunliches.

Trotz seiner lokomotivähnlichen Statur, die am Steuer stets präsent bleibt, wirkt der Tang nicht einschüchternd. Im Gegenteil: Er gehört zu den Fahrzeugen, die dazu verleiten, „einfach so“ loszufahren. Hinter dem Lenkrad vermittelt er Kraft, Laufruhe und eine hohe Stabilität.

Die von Brembo stammende Bremsanlage mit großen belüfteten und gelochten Bremsscheiben sorgt für Sicherheit und schafft Vertrauen.

Welche Ausstattung wählen? Ja.

Die Serienausstattung des BYD Tang 2025 füllt mehrere Seiten. Auf dem europäischen Markt wird nur eine Ausstattungslinie angeboten: Flagship. Kostenpflichtige Extras gibt es hingegen nicht. Die 73 702 Euro, zu denen er auf dem nationalen Markt angeboten wird, umfassen bereits alles, was sich ausstatten lässt.

Im Vergleich zur möglichen Konkurrenz fällt es schwer, den Tang nicht als sehr gutes Angebot zu betrachten. Der Kia EV9, ebenfalls ein riesiges rein elektrisches SUV mit sieben Sitzen, kostet mehr – er startet bei 77 500 Euro –, verfügt aber nur über Heckantrieb und 150 kW (204 cv). Dafür gibt er eine höhere Reichweite von 563 km an.

Der EV9 GT-Line AWD, der direkter mit dem Tang konkurriert, kostet hingegen fast 90 000 Euro. Trotzdem bietet er mit 283 kWh (385 CV) weniger Leistung und zudem eine geringfügig niedrigere Reichweite von 510 km.

Urteil

Technische Daten

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