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Neuer MINI Cooper und Countryman: elektrisch in die Zukunft

Zwei moderne Mini Cooper Elektroautos in einem hellen Showroom mit großen Fenstern.

Bis 2030 will MINI als reine Elektroautomarke auftreten. Die neuen Cooper und Countryman, die hier vorgestellt werden, dürften daher die letzten Modelle sein, die sowohl mit Benzinmotoren als auch ausschließlich elektrisch angeboten werden.

Damit markieren sie einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur emissionsfreien Mobilität. Bereits 2027 sollen Elektrofahrzeuge 50 % der Verkäufe der Marke ausmachen.

Obwohl der neue MINI Cooper von Grund auf neu entwickelt wurde, ist er auf den ersten Blick weiterhin eindeutig als … MINI zu erkennen. Seine Front prägen die typischen runden Scheinwerfer sowie der neue achteckige Kühlergrill, der den bisherigen sechseckigen ersetzt. Chromumrandungen entfallen dabei sowohl an den Leuchten als auch an der gesamten Karosserie.

Die prägenden Designmerkmale und die grundlegenden Karosserieproportionen bleiben somit erhalten.

Der Countryman legt deutlich zu

Die Abmessungen des MINI Cooper sind gewachsen, beim Countryman der dritten Generation fällt der Zuwachs jedoch noch wesentlich größer aus: Er ist nicht weniger als 13,6 cm länger und misst nun 4,43 m, außerdem 2,1 cm breiter mit 1,843 m sowie 6 cm höher mit 1,656 m.

Angesichts der größeren Höhe ist die Aerodynamikarbeit am neuen Countryman besonders bemerkenswert: Sein Cw-Wert sinkt von 0,31 auf 0,26. Beim Cooper fällt die Verbesserung geringer aus, von 0,29 auf 0,28.

Dazu tragen unter anderem bündig in die Karosserie integrierte Türgriffe bei. Auch die Seitenflächen wurden mit möglichst wenigen Vorsprüngen und Vertiefungen gestaltet, um Turbulenzen rund um beide Modelle zu verringern und zugleich eine klarere Optik zu schaffen.

Am Heck schließen die Leuchten ebenfalls bündig mit der Karosserie ab. Selbstverständlich bleiben auch Dächer erhältlich, die sich farblich von der übrigen Karosserie absetzen.

Revolution im Innenraum

Beim Einsteigen in den neuen MINI entsteht ein ähnlicher Eindruck wie beim Betreten eines normalerweise unordentlichen Zimmers, das jemand mit größter Sorgfalt aufgeräumt hat.

Neben dem zusätzlichen Platz gibt es weniger aufgesetzte Elemente an Armaturenbrett und Mittelkonsole. Das schafft mehr Bewegungsfreiheit und vermittelt auf gewisse Weise sogar mehr Ruhe.

Diese minimalistische Philosophie bestimmt auch das neu gestaltete Armaturenbrett. Dort befindet sich lediglich ein rundes Zentraldisplay mit 240 mm Durchmesser sowie darunter eine schmale Bedienleiste – ganz wie beim 1959 von Alec Issigonis entwickelten Originalmodell.

Daraus folgt, dass hinter dem Lenkrad keine Instrumente mehr sitzen, auch wenn sich ein Head-up-Display bestellen lässt. Erstaunlicherweise arbeitet es trotz der umfangreichen technischen Ausstattung weiterhin mit einer ausfahrbaren Scheibe, statt die Informationen auf die Windschutzscheibe zu projizieren – ein System, das bei mehreren Volumenmarken und nicht nur bei Premiumherstellern verfügbar ist.

In beiden Modellen kommen Textilverkleidungen und eine beleuchtete Armaturentafel zum Einsatz. Der wichtigste Unterschied liegt bei den Luftausströmern: Im Cooper sind sie horizontal angeordnet, im Countryman vertikal.

Das neue Betriebssystem 9 feiert hier seine Premiere. Es ermöglicht Over-the-Air-Updates, Echtzeit-Verkehrsdaten, wobei die Karten in der „Cloud“ gespeichert werden, sowie bei den elektrischen MINI Informationen über Entfernung und Auslastung nahegelegener Ladepunkte.

Zudem bietet es Zugang zu einem App-Store mit Spielen, Video-Streaming-Playern und weiteren Anwendungen. Android Auto und Apple CarPlay lassen sich kabellos nutzen.

Größer außen, geräumiger innen

Die britische Marke unter dem Dach der BMW Group betont insbesondere den Raumgewinn in der zweiten Sitzreihe des Countryman: Vorn stehen 3 cm mehr Breite zur Verfügung, hinten 2,5 cm.

Der Kofferraum fasst bei mittlerer Stellung der zweiten Sitzreihe 460 l und liegt damit sehr nahe am Wert des vorherigen Countryman.

Daran wird deutlich, dass ein großer Teil des Längenzuwachses außen dem längeren Innenraum zugutekommt, obwohl der Radstand lediglich um 2,2 cm auf 2,69 m gewachsen ist.

Im kleineren Cooper lassen sich die Rücksitzlehnen in zwei asymmetrischen Teilen umklappen. Dadurch wächst das Kofferraumvolumen von 200 l auf maximal 800 l; beim Vorgänger lagen diese Werte bei 211 l beziehungsweise 731 l.

Countryman auch als reines Elektroauto

Über die Verbrennungsmotoren ist bislang wenig bekannt. Sicher ist nur, dass sie in den kommenden Jahren weiterhin angeboten werden – sowohl als Benziner („C“) als auch als Diesel („D“). MINI richtet den Fokus vorerst auf die elektrischen Antriebe „E“ und „SE“, über die praktisch bereits alles bekannt war:

  • Cooper E - 130 kW (184 PS) und 290 Nm, 0–100 km/h in 7,3 s, Batterie mit 40,7 kWh und 350 km Reichweite;
  • Cooper SE - 160 kW (218 PS) und 330 Nm, 0–100 km/h in 6,7 s, Batterie mit 54,2 kWh und 402 km Reichweite.

Beide verbessern die Reichweite des bislang bekannten elektrischen MINI deutlich. Dieser kam aufgrund seiner nur 32,6 kWh großen Batterie auf 233 km.

Auch der erstmals erhältliche rein elektrische Countryman wird als „E“ und „SE“ angeboten. Bisher reichte die Elektrifizierung beim Kompakt-SUV lediglich bis zur Plug-in-Hybridversion.

  • Countryman E - 150 kW (204 PS) und 250 Nm, 0–100 km/h in 8,6 s, Batterie mit 66,5 kWh und 462 km Reichweite;
  • Countryman SE ALL4 - 230 kW (313 PS) und 494 Nm, 0–100 km/h in 5,6 s, Batterie mit 66,5 kWh und 433 km Reichweite.

Die Bezeichnung ALL4 beim Countryman SE steht für Allradantrieb. Dafür arbeiten zwei Elektromotoren, jeweils einer pro Achse.

Auf der Suche nach dem Go-Kart-Gefühl

Eine der Herausforderungen für MINI besteht darin, sicherzustellen, dass künftige Elektrofahrzeuge – insbesondere der Cooper – an die fahrdynamische Stärke herankommen, für die die Marke weltweit bekannt ist.

Der niedrige Schwerpunkt soll der Stabilität zugutekommen. Dadurch können Federn und Stoßdämpfer komfortabler abgestimmt werden, um Fahrbahnunebenheiten angemessen abzufedern.

Dass der Reifendurchmesser auf 635 mm zugenommen hat, verleiht dem Fahrzeug nicht nur eine sportlichere Erscheinung, sondern soll auch das dynamische Ansprechverhalten verbessern.

Dasselbe gilt für die Reifen auf den optionalen 17- und 18-Zoll-Rädern. Ihre größere Breite steigt jeweils um 10 mm und 20 mm auf 205 mm beziehungsweise 225 mm. Alles dient dem Go-Kart-Fahrgefühl, das die britische Marke so sehr schätzt.

Wann kommen sie?

Die öffentliche Premiere der neuen MINI findet ab dem 5. September auf der IAA Mobility in München statt. Der Verkaufsstart erfolgt noch 2023, und für den deutschen Markt stehen bereits Preise fest. Das sind gute Nachrichten.

Der MINI Cooper E startet in Deutschland bei 32.900 Euro und ist damit 4.900 Euro günstiger als der aktuelle elektrische MINI.

Das weckt die Hoffnung, dass in Portugal etwas Vergleichbares geschehen könnte. Dort beginnen die Preise derzeit bei 38.580 Euro; abhängig von der Ausstattung könnte der neue Cooper E unter 35.000 Euro kosten.

Der MINI Cooper SE wird in Deutschland ab 36.600 Euro angeboten, während der Countryman E bei 43.500 Euro startet.

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