Er ist kein echter Hybrid, auch wenn Citroën ihn so bezeichnet: Der C5 Aircross Hybrid 136 bietet jedoch Vorteile, die ihn einem vollwertigen Hybrid näherbringen.
Unter den Modellen der Marke mit dem Doppelwinkel dürfte der Citroën C5 Aircross für Familien mit hohem Platzbedarf zu den attraktivsten zählen. Neben seiner robusten SUV-Optik bietet er einen Innenraum mit fünf vollwertigen Sitzplätzen sowie reichlich Stauraum für Gepäck.
Zu den wichtigsten Neuheiten im Programm gehört allerdings die neue elektrifizierte Variante Citroën C5 Aircross Hybrid 136, mit der die Marke ihre Hybrid-48V-Technologie einführt. Wir sind in die Umgebung von Paris gefahren, um ihn kennenzulernen und zu fahren.
Hybrid oder Mild-Hybrid?
Die erste Frage lautet: Ist der C5 Aircross Hybrid 136 nun tatsächlich ein Hybrid? Da der elektrische Teil lediglich von einem 48-V-System versorgt wird, gehört der C5 Aircross Hybrid 136 eindeutig in die Kategorie der Mild-Hybride – und nicht zu den Vollhybriden oder Plug-in-Hybriden, als die Citroën ihn darstellt. Gleichzeitig kann dieses System mehr als ein gewöhnlicher Mild-Hybrid.
Es besteht aus einem 21-kW-Elektromotor (28 PS), einem zweiten Elektromotor, der als Anlasser fungiert – beide werden per Riemen angetrieben – sowie einer kleinen 48-V-Batterie mit 432 Wh nutzbarer Kapazität. Sie sitzt unter dem Fahrersitz und beansprucht somit keinen Platz im Kofferraum.
Kombiniert wird dies mit einer weiterentwickelten Ausführung des bekannten 1.2 PureTech, der 136 PS und 230 Nm leistet, sowie dem neuen ë-DCS6-Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, das speziell für Hybridsysteme entwickelt wurde.
Das System soll bei kräftigeren Beschleunigungen zusätzlichen Schub liefern, beim Verzögern und Bremsen Energie zurückgewinnen und den Kraftstoffverbrauch gegenüber dem 130 PS starken 1.2 PureTech um bis zu 15 % reduzieren.
Diese spürbare Einsparung ist vor allem den erweiterten Fähigkeiten der Hybrid-48V-Technologie zu verdanken: In der Stadt kann der C5 Aircross damit bis zu 50 % der Zeit rein elektrisch fahren.
Wir haben dieses System und sein gesamtes Potenzial bereits bei seiner Vorstellung durch Peugeot detailliert erläutert und empfehlen daher, den entsprechenden Beitrag zu lesen oder erneut aufzurufen.
Citroën C5 Aircross Hybrid 136 im Alltagsbetrieb
Hält die Hybrid-48V-Technologie also, was sie verspricht – insbesondere beim Verbrauch?
Leider fiel die Strecke, die wir mit dem neuen C5 Aircross Hybrid 136 zurücklegen konnten, wie bei den anderen Modellen dieser Citroën-Präsentation sehr kurz aus.
Dennoch wurde schnell deutlich, was die Marke damit meinte, dass es sich nicht einfach um ein Mild-Hybrid-System handelt. Der Benzinmotor schaltet sich häufiger ab als üblich – nicht nur beim Verzögern, sondern auch bei moderatem Tempo auf ebener Strecke.
Der Elektromotor leistet zwar nur 28 PS, doch laut Citroën kann der C5 Aircross nahezu einen Kilometer ohne den Verbrennungsmotor zurücklegen. Darüber hinaus erfolgt der Wechsel zwischen beiden Antriebsarten ausgesprochen sanft. Oft wird er nur durch die spezielle Anzeige im Kombiinstrument wahrnehmbar.
Eine elektrische Reichweite von lediglich einem Kilometer klingt zunächst nicht besonders beeindruckend. Im Stadtverkehr und bei völlig normaler Fahrweise reicht sie jedoch aus, um häufig rein elektrisch unterwegs zu sein – was sich entsprechend beim Verbrauch bemerkbar macht.
Auf der kurzen Teststrecke mit Stadtverkehr, Tempolimits von 30 km/h und 50 km/h, mehreren Kreuzungen und Ampeln lag der Verbrauch nach etwas mehr als 50 km bei maximal 6,5 l/100 km. Das sind mehr als ein Liter weniger als beim 1.2 PureTech mit 130 PS, den wir zuvor gefahren sind.
Angesichts der gewählten Route entstand allerdings der Eindruck, dass der C5 Aircross Hybrid 136 noch sparsamer sein könnte. Dafür müssen wir abwarten, bis wir ihn in Portugal ausführlicher testen können.
Fünf wirklich nutzbare Sitzplätze
Auch wenn der neue Hybrid-136-Antrieb bei dieser ersten Begegnung im Mittelpunkt stand, besitzt der C5 Aircross weiterhin überzeugende Qualitäten als „Familienauto“.
Zusätzlich zum großzügigen Innenraum gehört es weiterhin zu den größten Vorzügen des französischen SUV, dass er in der zweiten Reihe drei Einzelsitze bietet. Der mittlere Platz bleibt der am wenigsten begehrte, doch die verfügbare Breite ermöglicht es drei Personen, dort mit einem höheren Komfortniveau als bei der Konkurrenz zu reisen.
Vorn ist der Komfort sogar noch besser, während auch die Sitzposition sehr gelungen ist. Zudem erhält der Fahrer ein normal großes 12,3-Zoll-Kombiinstrument – anders als die kompakten Anzeigen, die in den jüngsten Citroën-Modellen verwendet werden.
Der zentral positionierte, oben im Armaturenbrett integrierte Touchscreen des Infotainmentsystems entspricht ebenfalls nicht der neuesten Ausführung. In diesem Fall ist das bedauerlich, denn ein solches Update wäre sehr willkommen gewesen.
Preis und Ausstattung
Für die neue Hybrid-136-Variante stehen vier Ausstattungslinien bereit. Die Preise reichen von 37.980 Euro für die Version You bis zu 44.135 Euro für das Sondermodell Ë-Series Collection, das bereits sehr umfangreich ausgestattet ist.
Damit bewegt sich der Preis bereits auf einem Niveau, das auch den Zugang zu einigen rein elektrischen Modellen ermöglicht. Dennoch gibt es weiterhin viele Käufer, für die die Notwendigkeit einer Steckdose schlicht nicht praktikabel ist. Für sie könnten Systeme dieser Art genau die passendere Lösung sein.
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