Wie gewohnt hatte Mansory für den Genfer Autosalon seine jüngsten Kreationen vorbereitet – gleich fünf Neuheiten. Wie bekannt, wurde die Messe abgesagt, doch … die Show muss weitergehen. Und genau diese Show – oder ist es eher Effekthascherei? – beherrschen die fünf neuen Mansory-Modelle offenbar besonders gut.
Die fünf Neuheiten von Mansory basieren auf Fahrzeugen von fünf verschiedenen Automarken. An Vielfalt mangelt es also nicht: Audi, Bentley, Lamborghini, Mercedes-AMG und Rolls-Royce. Schauen wir sie uns einzeln an …
Audi RS 6 Avant
Wer den neuen Audi RS 6 Avant bereits ab Werk für aggressiv und einschüchternd hält, sieht für Mansory lediglich die Ausgangsbasis. Modifizierte Karosserieteile wie die Kotflügel bestehen nun aus Carbonfaser. Auffällig sind die kantigen Endrohre – Parallelogramme mit einer abgeschnittenen Ecke – sowie die geschmiedeten 22-Zoll-Räder. Auch der Innenraum blieb nicht unangetastet und erhielt neue Bezüge sowie Dekorelemente.
Es geht nicht nur um Show-off … Mansory verabreichte dem ohnehin kräftigen RS 6 Avant eine Steroidkur. Die Werte des Biturbo-V8 stiegen von 600 PS und 800 Nm auf noch kräftigere 720 PS und 1000 Nm. Laut Tuner führen die höheren Leistungswerte zu niedrigeren Beschleunigungszeiten: Tempo 100 km/h erreicht der Kombi jetzt in 3,2 s statt in 3,6 s.
Bentley Continental GT Convertible V8
Sehen Sie sich diesen lederbezogenen Innenraum an … grün, genauer gesagt „chrome oxite green“, wie Mansory den Farbton nennt. Dezent ist das nicht, erst recht nicht in einem Cabriolet wie dem großen Bentley Continental GT Convertible. Die mattschwarze Karosserie mit Akzenten im gleichen Grünton bleibt kaum unbemerkt – wobei bereits ein serienmäßiges Auto dieser Art nur schwer zu übersehen ist. Carbonfaser zeigt sich erneut an den zusätzlichen Aerodynamikteilen des GTC.
Auch Technik und Fahrdynamik wurden berücksichtigt. Der Biturbo-V8 leistet beinahe 100 PS mehr, statt 549 nun 640 PS; zugleich steigt das Drehmoment deutlich von 770 Nm auf 890 Nm. Die Räder sind … riesig: 22-Zoll-Schmiedefelgen mit Reifen der Dimension 275/35 vorn und 315/30 hinten.
Lamborghini Urus
Mansory nennt ihn nicht Urus, sondern Venatus. Schon ein Urus sticht aus jeder Menge heraus – doch was ist dann erst der Venatus? Seine Karosserie trägt ein mattes Blau mit neongrünen Akzenten; die laut Mansory ultraleichten Schmiederäder fallen mit 24 Zoll ebenfalls gewaltig aus. Vorn kommen Reifen im Format 295/30 zum Einsatz, hinten massive 355/25. Hinzu kommt die ungewöhnliche mittig platzierte Dreifach-Auspuffanlage …
Falls das Exterieur vielleicht etwas zu „blau“ wirkt: Was soll man dann erst zum „sehr blauen“ Lederinterieur sagen? Eine Herausforderung für jede Netzhaut …
Wie erwartet, setzt sich auch dieser Venatus mit zusätzlicher Leistung vom Urus ab, auf dem er basiert. Der Biturbo-V8 leistet nun 810 PS und 1000 Nm statt der 650 PS und 850 Nm des Serienmodells. Gehört der Urus bereits zu den schnellsten SUVs der Welt, legt der Venatus noch einmal nach: 3,3 s für den Sprint von 0 auf 100 km/h sowie … 320 km/h Höchstgeschwindigkeit (!).
Mercedes-AMG G 63
Dieser G 63 trägt die Bezeichnung Star Trooper und ist der zweite Mansory-G, der diesen Namen erhält. Gegenüber dem 2019 vorgestellten G 63 Star Trooper besteht die Neuheit darin, dass Mansory ihn in einen exklusiven Pick-up verwandelt hat. Wie das erste Projekt entstand auch dieses Modell in Zusammenarbeit mit dem Modedesigner Phillip Plein.
Der neue Star Trooper greift die Themen seines Vorgängers wieder auf: im Mittelpunkt stehen die Tarnlackierung – die auch im Innenraum verwendet wird –, 24-Zoll-Räder und der Dachhimmel … der mit roten Lichtpunkten beleuchtet ist.
Wenn der G 63 eines nicht braucht, dann noch mehr „Kraft“, doch Mansory ignorierte diesen Rat vollständig: Der „Hot V“ liefert 850 PS (!) – 265 PS mehr als das ursprüngliche Modell. Das maximale Drehmoment? 1000 Nm, gegenüber 850 Nm beim originalen G 63. Dieser G beschleunigt in nur 3,5 s auf 100 km/h und erreicht furchteinflößende, elektronisch begrenzte 250 km/h …
Rolls-Royce Cullinan
Als Abschluss der fünf neuen Mansory-Kreationen, die eigentlich in Genf hätten gezeigt werden sollen, folgt die Interpretation des Cullinan, des SUVs von Rolls-Royce. Das massive Fahrzeug ist ohnehin nicht zu übersehen, doch Mansory hebt seine „Präsenz“ auf ein exzentrisches Niveau und nennt es Coastline.
Exzentrisch? Zweifelsohne … Vielleicht liegt es an den gewaltigen Rädern und der insgesamt tiefergelegten Karosserie, vielleicht an den Teilen aus Forged Carbon mit ihrer sehr besonderen Struktur, vielleicht an den größeren Luftein- und -auslässen – oder schlicht an der zweifarbigen Lackierung.
Wenn schon das Urus-/Venatus-Interieur die Belastbarkeit unserer Netzhäute auf die Probe stellte, was ist dann vom türkisfarbenen Innenraum dieses Coastline zu halten? Nicht einmal der Babysitz blieb verschont (siehe Galerie unten), ebenso wenig wie die „Spirit of Ecstasy“-Figur …
Wie bei den übrigen Kreationen blieb auch die Technik des Cullinan nicht unverändert, obwohl die Zuwächse hier im deutlichen Kontrast zum Exterieur und Interieur des Fahrzeugs eher bescheiden ausfallen. Der 6.75 V12 leistet nun 610 PS und 950 Nm statt 571 PS und 850 Nm – die Höchstgeschwindigkeit beträgt jetzt 280 km/h, serienmäßig sind es 250 km/h.
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