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Neuer Renault Twingo E-Tech Electric kehrt als kleiner Stadtwagen zurück

Grüner Renault Twingo E-Tech Electric Kleinwagen vor grünem Hintergrund in hellem Licht.

Parkmanöver im Pariser Stil sind hier nicht nötig: Der Renault Twingo ist zurück – und zwar als ausgesprochen winziger Stadtwagen.

Renault kündigte die Rückkehr seines Mini-Gegners bereits im November 2023 an. Das Serienmodell, das nun zu sehen ist, weicht kaum vom Konzeptfahrzeug ab. Entsprechend orientiert es sich stark am Twingo der ersten Generation aus den 1990er-Jahren: Die kompakte Einraum-Karosserie schafft möglichst viel Innenraum, während die freundliche Front nach Renaults Worten ein „subtiles Lächeln“ zeigt.

Er ist wirklich extrem niedlich. Vorn und hinten kommt nun LED-Lichttechnik zum Einsatz, die trotz der aus der Karosserie herausragenden Leuchten viel Charakter vermittelt. Der inzwischen Renault Twingo E-Tech Electric genannte Wagen misst insgesamt nur 3,79 m, sein Radstand beträgt jedoch 2,49 m. Deshalb ist Platz für vier vollwertige Türen – und auch für vier Erwachsene.

Renault hat für den Schriftzug am Heck ein verspieltes neues „Twingo-Alphabet“ entwickelt; dieses findet sich im Innenraum ebenso am Dachhimmel und auf den Fussmatten. Die kleinen Haifischflossen oberhalb der Rückleuchten sollen laut Hersteller zudem die Aerodynamik verbessern. Die Heckscheibe ist gross und rechteckig, ein Motiv, das sich in den Öffnungen des Frontgrills sowie den kleinen Kunststoff-Schutzelementen an den Stossfängern wiederholt. Vielleicht steht Parken in Paris also doch auf dem Programm.

Serienmässig fährt der Twingo auf 16-Zoll-Stahlrädern mit aerodynamisch optimierten Kunststoffabdeckungen. Wer keine Angst vor Bordsteinen hat, kann zu den wuchtigen 18-Zoll-Leichtmetallrädern wechseln. Ähnlich wie der neue Renault 5 startet der Twingo mit auffälligen Lackierungen in Grün, Rot und Gelb. Das gesamte Erscheinungsbild setzt Renaults Retro-Renaissance fort.

Sogar an die drei Lufteinlässe des Twingo Mk1 erinnert das neue Modell mit einem kleinen Detail. Bei dieser vierten Generation lässt sich die Motorhaube nämlich nicht öffnen; hinter den kleinen Kunststoffelementen verbirgt sich stattdessen eine Öffnung zum Nachfüllen des Scheibenwaschwassers. Clever.

Retro-Design des Renault Twingo E-Tech Electric

„Als ich 2009 zu Renault kam, wurde ich oft zum 4 und 5 befragt“, erzählt Designchef Laurens van den Acker TG. „Damals sagte ich, dass ich für die Zukunft eingestellt worden sei, nicht für die Vergangenheit. Und daran glaubte ich auch. Aber mit diesen Elektro-Plattformen können wir den Proportionen jener Zeit wieder nahekommen.

„Bei Autos standen die Räder weit aussen in den Ecken. Mit der Elektro-Plattform können wir dahin zurückkehren. Die Motoren sind kompakter, daher lassen sich grössere Räder an den Ecken unterbringen, die stärker einschlagen. Würde man in diesen Twingo einen Verbrennungsmotor einbauen, müsste man die Front um 100 mm verlängern – und daraus würde eine Karikatur.

„Aber warten Sie ab, bis Sie ihn auf der Strasse sehen. Natürlich könnte man ihn als retro-futuristisches Auto bezeichnen, doch ich würde sagen, dass er nicht nostalgisch ist. Seine Proportionen sind perfekt. Auf der Strasse wirkt er wie ein kleines Bonbon, wie eine Süssigkeit. Die Farben sind grossartig.“

Der neue Twingo fährt also ausschliesslich elektrisch, und auch sein Antrieb passt mit seiner kompakten Auslegung zu den Abmessungen. Verbaut wird eine LFP-Batterie (Lithium-Eisenphosphat) mit einer nutzbaren Kapazität von 27,5 kWh. Zum Vergleich: Der Akku eines Plug-in-Hybrid-Range Rover Sport fasst 31,8 kWh.

Der Twingo nutzt dieselbe AmpR-Small-Plattform wie R5 und R4. Da er allerdings nur 1.200 kg wiegt und kaum dafür gedacht ist, die Stadtgrenzen zu verlassen, genügt ein 80-PS-Motor an der Vorderachse. Niemand wird es vermutlich ausprobieren, doch von 0 auf 100 km/h beschleunigt er in 12,1 Sekunden. Relevanter dürfte der Sprint von 0 auf 50 km/h in 3,85 Sekunden sein. Das klingt ausreichend flott. Der Wendekreis liegt übrigens bei lediglich 9,87 m.

Batterie, Reichweite und Laden des Twingo

Renault gibt die WLTP-Reichweite mit 262 km an und verweist darauf, dass potenzielle Käufer im Durchschnitt nur 35 km täglich zurücklegen. Die LFP-Batteriechemie verringert die Abhängigkeit von kritischen Metallen wie Kobalt und Nickel und senkt gleichzeitig die Kosten des Akkupakets um rund 20 Prozent.

In Europa wird eine Twingo-Version ohne Schnellladefunktion erhältlich sein. Die Basismodelle laden serienmässig mit 6,6 kW Wechselstrom und benötigen an einer Wallbox für den Ladevorgang von 10 auf 100 Prozent 4 Stunden und 15 Minuten. Gegen Aufpreis steigt die AC-Ladeleistung auf 11 kW, ausserdem kommt Gleichstromladen mit 50 kW hinzu. Damit dauert das Laden von 10 auf 80 Prozent 30 Minuten. Die Spezifikation für Grossbritannien ist noch nicht bestätigt, doch Renault dürfte ihn dort kaum ohne DC-Lademöglichkeit anbieten. Inzwischen sind wir schliesslich ziemlich ungeduldig.

Innenraum und Platzangebot im Renault Twingo

Unabhängig von der Ausstattung verfügen alle Varianten über ein 7-Zoll-Digitalinstrument sowie einen 10-Zoll-Infotainmentbildschirm. Für beide Displays sind laut Renault „verspielte Grafiken und Animationen“ vorgesehen; ein „Willkommens-Jingle“ entstand gemeinsam mit dem Komponisten und Produzenten Jean-Michel Jarre. Na gut. In den Topversionen ist das überzeugende Google-built-in-System für Navigation und Apps an Bord.

Erfreulicherweise bleiben einige echte Tasten und Drehregler erhalten. Der Warnblinkknopf auf dem Armaturenbrett ist von dem rundlichen Schalter des klassischen Twingo aus den 1990ern inspiriert. Wobei: Der Mk1 wurde in Frankreich noch bis 2007 gebaut und lief in Kolumbien sogar bis 2012 weiter vom Band. Meine Güte.

Nach Aussage seiner Entwickler „bringt der Innenraum die fröhliche Ausstrahlung und den Optimismus zum Ausdruck, die von diesem Fahrzeug inspiriert sind“. Das ist ziemlich charmant. Armaturenbrett und Türen erhalten Farbakzente in Wagenfarbe, hinzu kommen tatsächlich ausstellbare hintere Fenster. Die beiden Rücksitze lassen sich jeweils einzeln um bis zu 170 mm vor- und zurückschieben. Dadurch wächst das Kofferraumvolumen bei weiterhin vier nutzbaren Sitzen auf bis zu 360 Liter. Das ist nur geringfügig weniger Gepäckraum als in einem benzinbetriebenen Volkswagen Golf und fast ein Drittel mehr als beim Golf eHybrid. Bravo.

Renault zufolge entfällt auf das Segment der Stadtwagen inzwischen weniger als fünf Prozent des europäischen Marktes. Dennoch sieht das Unternehmen weiterhin eine echte Nachfrage nach kleinen Autos. „Autofahrer in ganz Europa suchen weiterhin nach kompakten, erschwinglichen Fahrzeugen, die für das Leben in der Stadt oder als Zweitwagen konzipiert sind“, heisst es in einer Pressemitteilung.

Ach ja, die Erschwinglichkeit. Preise sind noch nicht bestätigt, doch dank seiner kleinen Grundfläche, der kosteneffizienten Batterie und der drastisch verkürzten Entwicklungszeit von nur zwei Jahren verspricht Renault einen Marktstart des Twingo für unter 20.000 £. Dabei ist der staatliche Zuschuss, der folgen soll, noch nicht eingerechnet.

Der ursprüngliche Twingo wurde auf den britischen Inseln zwar nie offiziell verkauft; nur wenige Importfahrzeuge schafften es über den Ärmelkanal. Trotzdem dürfte diese #RetroDonnerstag-Ausgabe auch im Vereinigten Königreich Anhänger finden. Schliesslich ist die Sehnsucht nach den 1990er-Jahren derzeit besonders gross. Bestellungen sollen dort gegen Ende 2026 möglich sein.

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