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Bentley Supersports: Der neue V8-Sportwagen mit 657 bhp

Sportliches schwarzes Coupé fährt dynamisch über nasse Straße bei Sonnenuntergang mit rauchendem Effekt.

Das ist ein ausgesprochen aufregender und zugleich bitterernster neuer Sportwagen. Ein großer, wütender zweitüriger Coupé-Koloss, umgeben von Aerodynamik-Anbauteilen und vollgestopft mit unverfälschter V8-Leistung. Grund zur Vorsicht also: Bentley hat den neuen Supersports losgelassen, und der hat keine Geduld für Unsinn.

Bentley Supersports: Ein Name mit Leistungsgeschichte

Das liegt auch daran, dass erst der vierte Bentley überhaupt diesen Namen trägt, seit der traditionsreiche britische Hersteller vor 100 Jahren den ersten „Super Sports“ baute. Passenderweise erreichte jener Wagen 100 mph (161 km/h); seither stehen Supersports-Bentleys für eine Welt ausgesprochen ernster Fahrleistungen.

Daran ändert diese Generation nichts. Bentley hat dem V8 des Continental GT bei dieser Ausführung – und was für einer Ausführung – jede Hybridunterstützung genommen. Stattdessen darf der 4,0-Liter-Biturbo seine Kraft ungehindert an die Hinterräder schicken.

Offenbar wurde das Triebwerk verstärkt – ein Blick auf das Auto genügt eigentlich: mit robusterer Kurbelwelle, überarbeiteten Zylinderköpfen und größeren Turboladern. Hinzu kommt eine komplette Titan-Abgasanlage, die so abgestimmt wurde, dass sie anders klingt als jeder Bentley zuvor. Der Klang bleibt dabei unverfälscht, ganz ohne „keine künstliche Klangverstärkung im Innenraum“.

In dieser Abstimmung liefert der Turbo-V8 657 bhp und 590 lb ft Drehmoment. Über ein Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das mit schnelleren, direkteren Gangwechseln und noch entschlossener zupackenden Kupplungen überarbeitet wurde, geht diese Leistung mit äußerstem Ernst direkt an die Hinterachse.

Hinterradantrieb und geschärftes Fahrwerk

Denn dieser Supersports ist der erste Continental GT mit reinem Hinterradantrieb. So beschleunigt der V8 mit der höchsten Leistungsdichte aller Bentley-Motoren diesen Hulk-Zerschmetterer in 3,7 Sekunden von 0 auf 62 mph (100 km/h) und weiter auf 192 mph (309 km/h). Ungefähr jedenfalls – Bentley überprüft den Wert noch.

Doch wichtiger als die reine Leistung ist seine Präzision beim Einlenken. Deshalb gibt es ein elektronisches Sperrdifferenzial, eine gegenüber einem normalen, vergleichsweise zahmen Conti GT um 16 mm breitere Hinterachsspur, Torque Vectoring sowie neu abgestimmte Lenkung, Federung, Traktionskontrolle und ESC.

Neue Zweikammer-Dämpfer gehören ebenfalls dazu. Dazu kommen reizvolle 22-Zoll-Schmiede-Aluminiumräder mit gefräster Oberfläche, die in Verbindung mit Trofeo-RS-Reifen dafür sorgen, dass dieses Auto Kurven 30 Prozent schneller nehmen kann als ein Conti GT.

Auch bei den Bremsen geht es nicht gerade bescheiden zu: Laut Bentley handelt es sich um die größten Bremsen, die je an einem Auto verbaut wurden – vorn sitzen 10-Kolben-Bremssättel mit 440-mm-Scheiben, hinten Vierkolben-Sättel mit 410-mm-Scheiben. Zehn Kolben. Wer das Bremspedal energisch genug tritt, reist vermutlich in der Zeit zurück.

Weniger Gewicht, mehr Aerodynamik

Auch das Gewicht wurde spürbar reduziert, vor allem durch den Verzicht auf Hybridtechnik und Allradantrieb sowie durch ein Carbondach statt eines Aluminiumdachs. Weitere, weniger auffällige Maßnahmen sparen ebenfalls Masse: weniger Geräuschdämmung, der Entfall einiger Fahrerassistenzsysteme, leichte Sportsitze und Sicherheitsgurte sowie weitere Details. Bentley gibt für den Supersports ein Gewicht von unter 2.000 kg an. Ja, das ist weiterhin enorm viel – schließlich ist es ein Bentley. Im Bentley-Maßstab wirkt er jedoch geradezu Caterham-artig.

Und für einen Bentley ist dieses Exemplar ausgesprochen, ausgesprochen wütend. Man könnte meinen, einem Luxuscoupé stehe eine derart aggressive Formensprache nicht, aber sei’s drum. Die Aerodynamik-Ergänzungen – eine neue Frontschürze, neue Diveplanes und Seitenschweller, spezielle „Blades“ an den Radhäusern, ein umgeformter Heckdiffusor und ein einteiliger fester Heckflügel – erzeugen 300 kg mehr Abtrieb als ein Conti GT Speed. Dabei trägt dieses Modell sogar „Speed“ im Namen.

Natürlich stehen zahlreiche Optionen zur Wahl, darunter „leistungsorientierte“ Lackfarben, die zwar keine zusätzliche Leistung bringen, aber deutlich mehr Attitüde vermitteln. Außerdem gibt es unter anderem weiteres Carbon, Leder und Aluminium.

Bentley baut nur 500 Exemplare. Bestellungen sind ab März 2026 möglich, die Auslieferungen beginnen Anfang 2027. Der Preis? Bentley nennt ihn noch nicht, aber er wird wohl … ernst ausfallen.

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