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Porsche setzt auf synthetische Kraftstoffe und E-Fuels aus Chile

Silberner Porsche 911 E-Fuel im modernen Glasgebäude mit Berglandschaft und Windrädern im Hintergrund.

Obwohl Porsche so stark wie nie zuvor auf Elektromobilität setzt, kündigte die deutsche Marke bereits im vergangenen Februar an, zugleich an der Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen beziehungsweise E-Fuels mitzuwirken.

Warum? Wie Michael Steiner, Leiter Forschung und Entwicklung bei Porsche, erklärt: „Allein mit Elektrizität können wir nicht schnell genug vorankommen.“ Gemeint ist damit selbstverständlich das Erreichen der Ziele für Klimaneutralität.

Den Worten folgen bereits Taten: Die Planung für die erste Produktionsanlage für synthetische Kraftstoffe läuft, ihr Standort wird Chile sein. Die Inbetriebnahme war schon für 2022 vorgesehen.

In der Pilotphase sollen 130.000 Liter klimaneutrale synthetische Kraftstoffe entstehen. In den beiden darauffolgenden Ausbaustufen steigt das Volumen jedoch deutlich: Für 2024 ist eine Kapazität von 55 Millionen Litern E-Fuels vorgesehen, 2026 soll sie mit 550 Millionen Litern zehnmal so hoch ausfallen.

Warum Chile für die Produktion von E-Fuels?

Der Bau der Anlage und die Herstellung synthetischer Kraftstoffe sind Teil einer Partnerschaft von Porsche und Siemens Energy. Weitere Beteiligte sind unter anderem das Energieunternehmen AME, der chilenische Mineralölkonzern ENAP sowie der italienische Energiekonzern Enel. Darüber hinaus unterstützt die deutsche Bundesregierung das Projekt über das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das acht Millionen Euro beigesteuert hat.

Das Pilotprojekt, zu dem die neue Fabrik gehört, trägt den Namen „Haru Oni“ und wird in der chilenischen Provinz Magallanes umgesetzt. Weshalb fiel die Wahl auf dieses südamerikanische Land und insbesondere auf diese Region? Magallanes liegt im Süden Chiles – näher an der Antarktis im Süden als an Santiago, der Hauptstadt im Norden – und bietet ausgezeichnete Windverhältnisse. Damit bestehen ideale Voraussetzungen für die Erzeugung von Windenergie. Erneuerbare Energien sind entscheidend, um die Klimaneutralität synthetischer Kraftstoffe sicherzustellen.

Grüner Wasserstoff als Grundlage der synthetischen Kraftstoffe

E-Fuels werden aus zwei Bestandteilen hergestellt: Kohlendioxid (CO₂) und Wasserstoff (H). Der wesentliche Knackpunkt bleibt dabei die Wasserstoffproduktion. Gegenwärtig stammen 90 % des erzeugten Wasserstoffs aus der Dampfreformierung. Dieses Verfahren ist stark umweltbelastend, da dabei fossile Brennstoffe aufgespalten werden. Daher wird dieser Wasserstoff als grauer Wasserstoff bezeichnet.

Für grünen, emissionsfreien Wasserstoff aus der Elektrolyse von Wasser – dabei wird Wasser in seine Bestandteile Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H₂) zerlegt – werden große Mengen elektrischer Energie benötigt. Diese Energie muss zwingend aus erneuerbaren Quellen kommen, etwa aus Windkraft. Genau dies war ausschlaggebend für die Wahl der Provinz Magallanes in Chile. Grüner Wasserstoff ist weiterhin die teuerste Herstellungsvariante, doch mit steigenden Produktionsmengen dürften die Kosten sinken.

Siemens Energy übernimmt die Systemintegration über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg: von Siemens-Gamesa-Windturbinen bis zur PEM-Elektrolyse (Proton Exchange Membrane), die sich für die schwankende Verfügbarkeit von Windenergie eignet.

Vom Wasserstoff zu Benzin

Nach der Elektrolyse wird der gewonnene grüne Wasserstoff mit CO₂ kombiniert. Das Kohlendioxid kann auf verschiedene Arten bereitgestellt werden, unter anderem durch die Abscheidung aus der Atmosphäre. Dadurch entsteht synthetisches und erneuerbares Methanol. Anschließend wird es mithilfe der MTG-Technologie (Methanol To Gasoline) zu Benzin umgewandelt; ExxonMobil wird diese Technologie lizenzieren und unterstützen.

Porsche als wichtigster Abnehmer

Aufgrund seiner Rolle in der Partnerschaft – Porsche investiert zunächst rund 20 Millionen Euro – wird der Hersteller voraussichtlich zugleich der wichtigste Abnehmer und Nutzer dieses E-Fuels sein.

Porsche wird die synthetischen Kraftstoffe zunächst im Motorsport einsetzen, einem Bereich, in dem der deutsche Hersteller stark vertreten ist. Danach sollen sie auch in den Porsche Experience Centers sowie in Serienfahrzeugen verwendet werden.

So können sämtliche Automobile der Marke – reine Verbrenner, Hybridmodelle und Elektrofahrzeuge – zur Senkung der Emissionen auf dem Weg zur Klimaneutralität beitragen.

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