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Renault Group plant 36 neue Fahrzeuge bis 2030

Zwei sportliche Autos, ein blauer Rennwagen und ein silberner Sportwagen, vor modernem Gebäude bei Sonnenuntergang.

Renault Group: Strategie für neue Modelle bis 2030

Die Renault Group hat ihre Strategie für die kommenden rund fünf Jahre vorgestellt. Kurz gesagt: mehr neue Fahrzeuge und ein klarerer Fokus darauf, wofür die Marken Renault, Dacia und Alpine aus Sicht der Käufer stehen. Zudem soll neue Technologie stärker in den Fahrzeugen selbst sowie bei ihrer Entwicklung und Produktion eingesetzt werden.

Der Plan kommt neun Monate nach dem Amtsantritt von Francois Provost als CEO. Er folgte auf Luca de Meo, der die Automobilbranche verlassen hat, nachdem er das Modellprogramm grundlegend erneuert, Kosten gesenkt und das Image verbessert hatte. Provost tritt weniger flamboyant auf, war jedoch als Einkaufschef entscheidend am Erfolg der vergangenen fünf Jahre beteiligt.

Als ich vor einiger Zeit mit Provost sprach, räumte er ein, dass Renault in der Vergangenheit Phasen mit zu wenigen neuen Modellen erlebt habe. Er stellte unmissverständlich klar, dass das Tempo bei Produkteinführungen nicht nachlassen dürfe. Er ist weit mehr als lediglich ein radikaler Kostensenker.

Tatsächlich sieht der neue Plan bis 2030 insgesamt 36 neue Fahrzeuge der Marken vor – und damit sogar mehr, als seit 2020 vorgestellt wurden. Der dicht gefüllte europäische Zeitplan umfasst 12 neue Renaults sowie mehrere Dacias, darunter ein Modell unterhalb des Sandero und eines oberhalb des Bigster. Vier reine Elektroautos sollen ebenfalls ins Dacia-Programm kommen. Hinzu kommen natürlich der neue Alpine A110 und auch ein Hypercar.

Für Indien, Lateinamerika und Südkorea, die für den Konzern zunehmend wichtiger werden, sind jeweils eigene Wellen von Neueinführungen vorgesehen.

Neue Elektroplattform RGEV2.0 für Renault

Der Konzern agiert inzwischen faktisch unabhängig von Nissan. Er wird eine völlig neue Elektroplattform einführen, die technologisch fortschrittlicher als die Architektur von Megane, Scenic und A390 sein soll. Sie trägt die Bezeichnung RGEV2.0. Das System arbeitet mit 800 V und nutzt eine Cell-to-Body-Batterie, um Gewicht und Komplexität zu reduzieren sowie Schnellladevorgänge in 10 Minuten zu ermöglichen.

Diese modulare Plattform soll eine breite Modellpalette von den Segmenten B+ bis D abdecken. Nach Angaben von Renault ist sie außerdem flexibel genug für sämtliche Karosserieformen: Limousine, SUV und sogar MPV. Zudem könne die Plattform einen Range-Extender-Generator aufnehmen, der eine kombinierte Reichweite mit Benzin und Strom von rund 900 Meilen ermöglicht.

Für preisgünstigere Fahrzeuge wird Renault seine bestehenden Elektroplattformen jedoch weiterentwickeln. Diese nutzen 400-V-Systeme und die günstigere LPP-Chemie. Renault entwickelt einen neuen Motor mit 275 PS, einen EESM-Motor des Typs mit ausschließlich Spulen, wie ihn das Unternehmen seit dem Zoe verwendet. Er soll die Effizienz bei Autobahnfahrten verbessern und zugleich 20 Prozent weniger kosten als bisher. Radnabenmotoren werden auch in weiteren Fahrzeugen neben dem R5 Turbo 3E eingesetzt.

Auch das einzigartige Hybridsystem von Renault wird weiterentwickelt, zusätzlich zu den Range-Extendern von Horse, einem Antriebsunternehmen, das Renault gemeinsam mit Geely besitzt.

Schnellere Entwicklung und effizientere Produktion

Damit ist die Fahrzeugseite abgedeckt. Der Plan beschreibt auch Verbesserungen bei den Unternehmensabläufen. Dazu gehört, die Entwicklungszeit auf zwei Jahre zu verkürzen. Dies war ein wesentlicher Faktor für den Erfolg chinesischer Autobauer: Fahrzeuge lassen sich dadurch günstiger entwickeln und sind bei ihrer Markteinführung aktueller. In den Werken sollen humanoide Roboter eingesetzt werden. Und KI – das sagt derzeit jeder.

Die Zahl der Fahrzeugteile soll im Durchschnitt um 30 Prozent sinken, was die Produktion günstiger machen und die Zuverlässigkeit erhöhen soll.

Sollten all diese Veränderungen wie vorgesehen greifen, rechnet Renault damit, die Fixkosten jedes Fahrzeugmodells durch vereinfachte Entwicklung und Werkzeuge um 40 Prozent zu senken. Weniger Material und eine geringere Fertigungskomplexität sollen darüber hinaus die variablen Kosten jedes einzelnen Autos um £350 reduzieren.

Auftragsfertigung für Nissan, Mitsubishi, Ford und Geely

Die Gewinnschwelle von Renault wird noch aus einem weiteren Grund sinken. Das Unternehmen wird Fahrzeuge für Nissan, darunter den Micra, für Mitsubishi, für Ford – ein elektrisches Kleinwagenmodell und ein Crossover – sowie für Geely bauen. Das Vertrauen dieser Unternehmen wertet Renault als wichtigen Beleg für seine Kompetenz.

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